Was ist Kritik? Eigentlich doch nur der Hinweis auf etwas, was man nach eigener Ansicht besser machen könnte. Ein gut gemeinter Ratschlag, sozusagen. Auf keinen Fall etwas böses, denn immerhin hat man sich ja Gedanken zu etwas gemacht und diese sogar weiter geleitet. Und das sagt Wiki dazu… Aber warum ist das nur die Theorie?
Ein bekanntes und oft gesehenes Beispiel im Beepworld Forum (ihr wisst schon - das pinke):
“Bewertest du meine Seite?” - “Klaro, warum eigentlich nicht?!”, denken sich dann viele. Also schreibt man zur Seite was einem gefällt und was nicht. Damit ist die Sache erledigt… denkt man sich zumindest. Denn was man vom besagten User zurück bekommt, sind keinesfalls Dankesreden! Einige Auszüge:
“Machs doch erst mal besser!”
“Zeig doch erst mal deine Seite, bevor du nur motzt.”
“Nein, die Schrift ist nicht zu klein ich kann das super lesen.”
“Es ist mir doch egal wie das im Firefox aussieht, ich habs für den IE erstellt.”
“Wer meine Seite anschauen will soll den IE benutzen…”
… usw!
Es ist ja schon mal ein Anfang, dass sich der Treadersteller auch noch zu Wort meldet, aber sollte er sich dann nicht eigentlich ganz anders verhalten? Wer fragt kriegt Antworten und im Internet sogar ehrliche. Man kennt sich ja nicht… Wird sich nie kennen lernen. Und wer in diesem Fall nicht mit Kritik umgehen kann, sollte erst besser gar nicht fragen. Ich glaube es kann jeder nachvollziehen, dass wenn man lange an etwas bastelt oder z.B. den Blogeintrag seines Lebens schreibt und als Antwort auch Kritik bekommt die Enttäuschung erst einmal groß ist. Aber dann sollte das Leben doch weiter gehen… Mit Kritik und mit neuen Denkansätzen! Denn nichts anderes sind Kritiken. Denkansätze von anderen, Meinungen, Ansichten. Ich bin bestimmt die Letzte, die einen zwingt jede Kritik umzusetzen, aber man kann sie sich zumindest anhören, darüber nachdenken und sich dann respektvoll dafür bedanken und sein eigene Meinung dazu schildern. Ob die Meinungen nun übereinstimmen oder nicht, auf das respektvoll kommt es an.
Als ich frisch ins “Homepage Business” einstieg dachte ich auch der Firefox sei eine Fernsehsendung und Opera eine neue Nudelsorte. Da wäre ich dankbar gewesen, wenn mir jemand erzählt hätte, dass es nicht nur 1024 * 768 Pixel Auflösungen gibt. Dass sich die Homepage sogar verschieben kann und wenn man eine Schrift nicht auf dem Rechner hat sie bei Anderen auch nicht angezeigt wird. Ja… das solls geben, das man das nicht weiß. Jeder fängt mal klein an, das sollte man nie vergessen.
Aber Spaß bei Seite: Es bringt einem einfach gar nichts einen Groll gegen alle Opera Benutzer zu hegen! Will man denn lieber 10 Besucher verlieren und seinen falschen Stolz behalten, anstatt sich einfach über Browseroptimierung zu informieren?
Eine weitere Geschichte, mitten aus dem Leben gegriffen: Ich surfe durchs Web und sehe eine Seite. Auf den ersten Blick gefällt sie mir ganz gut, aber ich kann aufgrund der Schriftfarbe einfach nichts lesen. Muss sogar den Text markieren damit ich etwas erkenne. Also denke ich mir, ich sage dem Webmaster bescheid, vielleicht ist er sich dessen ja nicht bewusst. Der Webmaster antwortet mir auch, aber nicht das was ich erhofft habe: Erzählt im Plural von Leuten, die auch auf der Seite waren, es auch nicht lesen konnten, aber alle Probleme mit dem Bildschirm haben. Kopschüttelnd verlasse ich die Seite und beschließe sie ab sofort zu meiden.
Der dritte und letzte Fall der misslungenen Kritik gefällt mir persönlich am besten. Aber Achtung! Jetzt wird es vulgär!
“Deine Seite ist scheiße”
“Boah, mach den Text übers rauchen runter. Ich bin Raucher aber ich bin kein Loser. Machs weg oder ich hack dich!”
“Du bist hässlich und deine Seite auch”
… usw!
Es bringt mich immer wieder zum schmunzeln, wie kreativ die Menschen doch werden können. Aber zurück zum Thema Kritik: Hierbei handelt es sich nämlich um die Kategorie “Kritik, die keine ist”. Ich kann es verstehen, wenn manche meine Seite hässlich finden. Das ist normal, Geschmäcker sind verschieden. Aber will man konstruktive Kritik üben, dann doch so, dass der Gegenüber auch etwas damit anfangen kann. Dann beschreibt man konkret was einem nicht gefällt und nennt v.a. einen Grund! Z.B. es liegt an der Farbkombination oder am Browser, an der Bildschirmauflösung, usw. Man nennt einfach die Details.
Wer einfach mal ein bisschen nachdenkt und sich eingesteht, dass keiner perfekt ist und es auch nie sein wird, hat kein Problem mit Kritik! Und alle anderen: Viel Glück, ihr schaffts auch noch!
Und ein dank an alle, die Kritik wirklich so verstehen wie sie auch gemeint ist. Bzw Kritik sogar als solche anerkennen. Das ist selten, aber man erlebt es immer mal wieder!

Hier bloggt: Nadine, 22 Jahre alt, glücklich vergeben und studiert an der Hochschule Darmstadt "Soziale Arbeit". 








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Wie wahr…