Leben in einer Nichtraucher-Welt

12. September 2007 in Gedanken

Ich denke die Überschrift spricht für sich, ich bin gegen das Rauchen! Da ich selbst jahrelang geraucht habe kenne ich beide Seiten. Ich habe mich nun bewusst für die Seite der “Nichtraucher” entschieden und möchte euch deswegen nun einige Denkanstöße zum Thema Rauchen präsentieren. Dabei handelt es sich um meine Meinung und meine Erfahrungen. Nehmts nicht persönlich und versucht nicht meinen Blog zu hacken Aber eure Meinungen / Geschichten etc möchte ich trotzem hören!

Zuerst einmal kurz zu meiner Raucher-Geschichte.

Ich habe meine erste Zigarette mit 13 geraucht. So richtig angefangen habe ich dann mit 15. Ziemlich schnell brachte ich es auf eine ganze Schachtel am Tag, machmal z.B. auf Partys auch mal ein paar Zigarettchen mehr. Das ging dann nicht nur ins Geld, es wurde auch ziemlich schnell lästig. Im Winter war es draussen einfach zu kalt, die 5 Minuten Pausen während den Schulstunden waren zu kurz, man kam dauernd zu spät, usw.
Einige Zeit später, als es mir lästig wurde dauernd Kaugummis zu kauen um meiner Mutter frischen Atem vorzugaugeln, entdeckte sie meine Sucht. Sie ließ es sich dann nicht nehmen meiner Nichtraucher-Familie von meinem Laster zu erzählen. Wie man sich denken kann, haben die mir das Leben ganz schön schwer gemacht.

Im Juli 2002 kam dann mein Patenkind Luis auf die Welt. Mir war es wahnsinnig unangenehm mit so einem üblen Geruch dem Kleinen gegenüberzutreten oder ihn zu knuddeln. Hinzu kam noch, dass sich mein Geldbeutel immer wieder meldete und die Zahl auf meinem Kontoauszug gen 0 schritt. Alles Geld ging nur noch für Kippen drauf. Also fasste ich den Entschluss aufzuhören.

So richtig hat das aber nicht geklappt. Also nahm ich mir ein Anti-Raucher Buch zur Hand und versuchte es auf diese Weise, aber auch hier Fehlanzeige, ich rauchte weiter.
Nun bin ich aber schon seit fast 4 Jahren Nichtraucher. Was ist geschehen?

Gründe fürs Aufhören

- Es stinkt so sehr [als Raucher kriegt man das gar nicht mehr mit, also glaubt mir]

- Es ist ungesund, macht dich kaputt, ist krebserregend.

- Es gefährdet alle Menschen in deiner Umgebung.

- Es ist teuer [Überleg mal: Sagen wir mal eine Schachtel kostet 4 Euro und es sind 20 Stück drin. Du rauchst eine Schachtel am Tag, das sind 28 Euro in der Woche. 1 456 Euro im Jahr.
Sagen wir nun du wirst 70 Jahre alt und bist im Moment 18, d.h. du wirst noch 52 Jahre rauchen. Dann verrauchst du also bis zu deinem Tod noch 75 712 Euro! Und bedenke, die Zigaretten werden immer teurer und das ist nicht miteinberechnet!]

Fragen über Fragen…

- Rauchen ist schon auf / in Bahnhöfen, Restaurants und Kneipen verboten und wird bald an noch mehr Orten verboten sein. Willst du nur noch daheim rum sitzen?

- Du musst rauchen um in einem “Normal”-Zustand zu sein. Nichtraucher befinden such immer in diesem Normalzustand. Ist es nicht doof für etwas zu zahlen, was man auch so haben könnte?

- Du weisst ja das Zigartten Krebserregend sind, warum gehst du dieses Risiko ein?

Wenn du nun dabei bist aufzuhören, dann sind hier die Tipps zum Durchhalten:

Gleich vorne Weg, sie haben mir geholfen. Nichts hierbei ist Allgemeingültig. Aber einen Versuch ist es doch wert

- Überlege dir wann du am meisten rauchst. Bei mir war das während der Schule. Also suchte ich nach den nächsten Ferien, suchte mit dort einen bestimmten Tag aus und hörte ab dort auf. Überstütze Entschlüsse bringen eher das Gegenteil. Lieber planen und auf diesen Tag hoffen.

- Meine Zigaretten habe ich verschenkt, genauso wie alle Feuerzeuge.

- Nun musste ein Essensvorrat her. Am besten geeignet sind Kaugummis und Lollis. Lollis aus dem einfachen Grund, dass man wie bei der Kippe etwas in der Hand und im Mund hat. Kaugummis haben mir aus dem Grund geholfen, da man sie erstens fast überall kauen kann und nach dem Essen Ablenkung brachten.

- Willenstärke!! Willensstärke ist das wichtigste. Denke einfach jeden Tag daran warum du aufhören möchtest [Gründe dafür siehe oben] Schreibe dir eine Liste und hänge sie übers Bett oder gegenüber des Klos
Mir ist es bewusst, dass die Motivation nach einigen (oder einem?) Tag schon schwindet, man muss sich aber immer wieder die Gefühle und Gründe ins Gedächtnis rufen, weshalb man aufgehört hat.

- Zähle die Tage. Sag dir jeden Tag mehrmals “heute rauche ich seit X Tagen nicht mehr”. Nach ein paar Tagen wirst du merken, dass du immer wieder neu nachrechnen musst oder du an manchen Tagen sogar vergisst dir diesen Satz zu sagen. Die besten Zeichen dafür, dass du es schaffen wirst.

- Treibe Sport! Und du wirst merken, deine Kondition verbessert sich von Übung zu Übung. Du wirst ausgeglichener und fühlst dich wohler in deiner Haut. Ich bin joggen gegangen und das Gefühl bzw das Wissen, dass ich jedes mal weiter laufen kann als beim letzten mal hat mich geradezu beflügelt. Sowohl dazu das Rauchen sein zu lassen und weiter joggen zu gehen. Während dem Joggen und danach habe ich nicht ans Rauchen gedacht, was natürlich auch sehr hilfreich war.

- Sage NEIN. Du willst aufhören! Also sage NEIN.

Einige Vorurteile

- “Wenn man so viele Süßigkeiten isst wird man dick.” Meine Erfahrung sagt, das stimmt nur in Ansätzen. Ich selbst habe nur etwa 2-3 kilo zugenommen, was mir auch nicht geschadet hat, ich sah zu der Zeit aus wie ein Hungerhaken. Und selbst wenn man ein bisschen zunimmt, motiviert das einen doch zum Sport treiben. Man wird im Endeffekt also wieder vom rauchen abgelenkt.

- “Ich will aber keinen Sport treiben.” Das ist eine Meinung, der ich nicht viel entgegenbringen kann. Ich kann nur von meinen positiven Erfahrungen berichten und sagen, dass es mich die Leistungssteigerung motiviert hat. Generell ist Sport ja nichts schlechtes, schließlich will keiner von uns im Alter und Degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapperates leiden.

(PS: Dieser Artikel ist alt und stammt noch von meiner Homepage, als ich den letzten Satz gelesen habe musste ich selbst lachen und daran denken, dass ich zu der Zeit wohl voll den Bockmist in Sport lernen musste )







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7 Kommentare zu “Leben in einer Nichtraucher-Welt”

  1. Kommentar von Wu-Lan-Tong am 12. September 2007

    Meine Meinung und meine Antworten findest du ausführlich in meiner Raucherecke

    Aber ganz kurz und knapp: NEIN ich sage nicht NEIN!
    Ich will nicht aufhören und solange dieses wollen nicht da ist, werden auch die besten Durchhalteparolen nicht wirklich was bewirken

    Und jetzt werd ich mir in aller Ruhe eine Rauchen bei einer Tasse Kaffee

  2. Kommentar von Suriel am 12. September 2007

    Ich muss wie Wu sagen, ich sag auch nicht Nein… ich rauche nämlich auch zu gerne

  3. Kommentar von Antje am 12. September 2007

    Nachdem ich 22 Jahre NEIN gesagt habe und “ich rauche gerne”

    … sage ich jetzt seit heute genau 630 Tagen JA zum rauchfreien Leben

    Ja ich zähle immer noch die Tage und erfreue mich an der steigenden Zahl *g* aber ich denke wer 22 Jahre starker Raucher war wird nie so ganz ein richtiger Nichtraucher werden
    Ich muss mir das manchmal (… mehr manchmal weniger) immer noch vor Augen halten das ich nicht mehr rauche

    Allerdings bin ich froh nicht mehr zu rauchen auch wenn ICH viel zugenommen habe
    Für mich überwiegen die Vorteile … die ich aber hier nicht aufzählen werde da ich weiß das sie für einen “richtigen” Raucher nicht zählen

    Man muss schon aufhören wollen alles reden bringt da nix

  4. Kommentar von Benni am 12. September 2007

    Ich selber als Nichtraucher, der noch nie eine Zigarette angerührt habe kann zu dem Willensakt des aufhören wenig sagen, allerdings arbeite ich in einer Kneipe und bei uns gilt das Rauchverbot in eben diesen erst ab 1.1.2008. Ich würde einfach mal allen Rauchern empfehlen frisch geduscht und mit frischen Klamotten 6-8 Stunden in einer Kneipe zu sitzen und nicht selber zu rauchen. Ich habe nichts gegen Raucher, was mich aber stört ist, dass ich als Nichtraucher eigentlich immer Mitrauchen muss und man, wenn man darum bittet mal beim Essen nicht zu rauchen auch noch doofe Sprüche abbekommt. Ich bin dankbar für jeden Raucher, der damit aufhört oder zumindest Verständnis entwickelt.

  5. Kommentar von k9leader am 12. September 2007

    Hey
    Ich bin-wie du dir sicherlich denken kannst- nichtraucher.
    Aber im Gegenteil zu manchen Menschen aus meiner Klasse (die es “cool” finden, und es nicht abwarten können anfangen zu dürfen) will ich NIEMALS rauchen.
    Waren übrigens tolle Argumente dabei, die werde ich den Leuten mal zeigen, mal sehen was die dann sagen^^

  6. Kommentar von PinkPüppi am 12. September 2007

    ….meine Erfahrungen dazu…. es gibt Zeiten in meinem Leben da rauch ich gerne…so für 6-12 Monate und dann höre ich für einige Jahre wieder auf. Von heute auf morgen. Zu diesen Zeiten finde ich rauchen auch absolut eklig (außer in volltrukenem Zustand) und kann es auch bei anderen schwer ertragen.
    Zu Zeiten in denen ich rauche genieße ich es für diese Zeit bis es einfach wieder weg ist.
    Rauchen habe ich für mich in den Zeiten auch nie als Sucht empfunden, ich brauchte es nie ich hab immer nur geraucht wenn ich Lust drauf hatte. Konnte aber immer wie gesagt von einem auf den anderen Tag aufhören. Alles in allem hab ich wohl in meinem Leben ganze 4 Jahre geraucht^^….den Rest war ich Nichtraucher.

    Und zu den Argumenten….da ich nie welche brauchte…kann ich nicht sagen ob sie den Menschen helfen oder nicht. Wenn sie dir geholfen haben: Herzlichen Glückwunsch und auf noch viele Jahre nicht rauchen

  7. Kommentar von Nadine am 13. September 2007

    Antje: Man muss schon aufhören wollen alles reden bringt da nix

    Ja so seh ich das auch. Und wenn man es dann wirklich möchte, dann schafft man es auch. Egal wie lang man geraucht hat. Man muss sich nur selbst beherrschen können

    Benni: Ich würde einfach mal allen Rauchern empfehlen frisch geduscht und mit frischen Klamotten 6-8 Stunden in einer Kneipe zu sitzen und nicht selber zu rauchen

    Eigentlich eine gute Idee, dann würde man es mal selbst riechen. Also ich kann da jetzt nur von mir sprechen, vielleicht ist das bei anderen Rauchern nicht so, aber ich hab das als Raucher so gut wie nie bemerkt wie das stinken kann. Vielleicht morgens mal nach nem Kneipenaufenthalt, aber da wars ja eher die Kneipe, aber dass man dann oft so riecht, merkt man glaube ich echt nicht so.

    K9: Waren übrigens tolle Argumente dabei, die werde ich den Leuten mal zeigen, mal sehen was die dann sagen^^

    Argumente bringen leider meistens nicht, wenn mans nicht will.

    PinkPüppi: ….meine Erfahrungen dazu…[....]

    Wow, das finde ich stark, dass das bei dir immer so einfach geht Dann bist du wohl nicht besonders Suchtanfällig?! Starke Sache

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