Nach dem Abi? Spaß oder Studium?

15. Januar 2008 in Campus Leben, Gedanken

In 13 Tagen schreibe ich meine erste Uni-Klausur und dann auch noch Psychologie… Ich bin zwar der Meinung, dass es die Profs gut mit uns meinen und es sicher schwerer werden könnte, aber irgendwie habe ich schon ein wenig Bammel… die erste Klausur… wie benoten sie? Wie genau muss ich alles formulieren… hoffentlich bekomme ich keinen Black-Out usw. Das ist so ein wenig ein Gefühl wie vorm Abi. Das ist was ganz Neues. Sowas ganz bedeutungsvolles.

Als ich mich dann heute ans lernen gemacht habe, fiel es mir so unglaublich schwer stupide Dinge einfach auswendig zu lernen. Da gab es Sätze, die ich mir bestimmt gut 20 mal durchlesen musste bevor sie auch nur ansatzweise in mein Hirn gewandert sind. Und da hängen sie auch nur zum Teil fest.

Ich meine… vor 1,5 Jahren oder eigentlich ja schon vor 1,75 Jahren (im April Klausuren und im Juni das Abizeugnis in den Händen *seufz*) habe ich mein schriftliches Abi geschrieben. 4 Klausuren in einer Woche – alle mit einer Länge von 3-5 Stunden über Stoff von 2 Jahren. Mein Hirn war sowas von voll, ein Wunder, dass es nicht geplatzt ist. Ich war auch echt gut im lernen, schlechtestes Fach mit 9 Punkten. Ich war echt stolz auf mich und mit meiner Leistung durchaus sehr zufrieden.


Und nun… 1,75 Jahre später, nach 12 Monaten FSJ und meinen ersten 3 Monaten als Studentin sitze ihr hier, lerne auf meine Klausur und in mein Hirn geht nicht mal ein Bruchteil von dem was ich kurz vor dem Abi gelernt habe. Mein Lehrer hatte dortmals schon Recht als er meinte: “So viel wie während dem Abi werdet ihr nie mehr zu einem Zeitpunkt wissen.” Zumindest aus der jetzigen Sicht stimmt das Ich hoffe doch, dass ich nach dem Studium noch viel mehr weiß.

Dessen ungeachtet habe ich nun nachgedacht wie es wäre, wenn ich kein FSJ gemacht hätte… Würde es mir dann jetzt leichter fallen so viel zu lernen? Viele entscheiden sich ja nach der Schule dirket für ein Studium und sagen: “Ich will endlich das lernen was ich will”. Viele sagen: “Ich brauche erstmal eine Auszeit” Und wiederrum anderen wird die Entscheidung nicht selbst überlassen und sie werden zum Bund oder Zivildienst eingeteilt.

Mir hat das FSJ menschlich und auf beruflicher Sicht viel gebracht. Ich habe dort fürs Leben gelernt, meinen Berufswunsch gefestigt und tolle Menschen kennen gelernt. Ich hätte auch nach dem Abi direkt ein Studium begonnen, wenn ich meine BA-Stelle bekommen hätte. Für mich war das eher: ich mache das wohin der Wind mich trägt und das war dann eben das FSJ und ich habe es auch nie bereut. Nein, das hatte auf jeden Fall seinen Sinn.

Aber ich habe während dieser Zeit einfach andere Fähigkeiten und Gehirnwindungen genutzt, als die die ich jetzt fit und trainiert brauchen könnte. Versteht ihr den Unterschied auf den ich hinaus möchte: Mein Hirn ist eingerostet!

Ich will wieder so lernen können wie vor dem Abi. Mit dem ganzen Training von den Klausuren zuvor. Diese geniale Fähigkeit mit Leichtigkeit viel und schnell zu lernen. Nun frage ich mich also: Wäre ich jetzt fitter, könnte ich jetzt mehr und schneller lernen, wenn ich dirket nach dem Abi mein Studium begonnen hätte? Oder liegt es nur daran, dass ich nie zuvor Psychologie gelernt habe und das einfach was ganz Neues ist?

Ich kenne die Antwort nicht und ich werde die Antwort wohl nie wissen…
“Was wäre wenn… ”
Das wär manchmal schon interessant zu wissen, hm?







Dir hat dieser Beitrag gefallen? Dann abonniere doch mein RSS Feed!





6 Kommentare zu “Nach dem Abi? Spaß oder Studium?”

  1. Kommentar von Suriel am 15. Januar 2008

    Also ich bin mir ziemlich sicher, dass Du auch ohne das FSJ jetzt erstmal Deine Lernproblemchen hättest, denn Studium ist meiner Meinung nach ( obwohl ich nie selber studiert habe ) eine ganz andere Form des lernens.

  2. Kommentar von Chris am 15. Januar 2008

    immer nur, immer immer nur nur, immer nur
    immer nur, immer immer nur, immer heulen

  3. Kommentar von Antje am 15. Januar 2008

    Ja, ja wenn das Wörtchen “wenn” nicht wär …

    Spinn es mal andersrum – wenn du gleich studiert hättest wärst du vielleicht nicht so gefestigt – in deinem Wunsch diesen Beruf auszuüben.

    Dein Hirn wird sich auch schon wieder an das Lernpensum gewöhnen – keine Panik

  4. Kommentar von possi am 15. Januar 2008

    Siehst du mal, ich sehe das ganz anders
    Ich habe schon in Polen gesagt: “Hätt ich mal fürs Abi so viel gerlernt wie jetzt im Studium… Dann würde ich jetzt in Deutschland sitzten und nicht hier in Polen!”
    Oder anders, ich hätte ein wesentlich besseres Abi gehabt…
    Aber vllt liegt es auch am Studiengang Ich studier ja nun was ganz anderes als du. Aber ich kann dir sagen, diejenigen, die letztes Jahr Abi gemacht haben und direkt danach angefangen haben, zu studieren, sind auch nicht viel besser dran.
    Den einzigen Vorteil, den sie mir gegenüber haben, die ich 2005 Abi gemacht habe, so Sache wie Mathe und Chemie sind bei ihnen noch nicht so lange her. Ich hab keine Ahnung mehr von Mathe, der p-q-Formel oder ählichem und sie können sich noch erinnern.
    Und mit der ersten Klausur ist es ja auch so, du musst erstmal rausfinden, wie die Aufgabenstellung ist, etc. Das wird schon

    Ich hab zwei Jahre was anderes getan als mein Wunschstudium zu studieren
    Das geht alles und irgendwann bist du auch wieder drin, aber wenns gar nicht geht, überdenk vllt mal deine Art zu lernen, bis man da das richtige gefunden hat, das dauert ab und an auch mal.

  5. Kommentar von Ralph am 15. Januar 2008

    Hallo Nadine,

    ich denke, es kommt auf deine gewählte Lernstrategie an.

    Lernst du nur stur auswendig, dann war die “Karenzzeit” wohl eher nachteilig, weil du aus dem “permanenten Lernfluss” herausgerissen wurdest.

    Lernst du aber anhand anschaulicher Beispiele (und das ist meines Erachtens effetkiver und nachhaltiger), dann kannst du ungemein vom Praxisbezug profitieren, da du -mit allen Sinnen und nicht nur rein kognitiv- dir die Materie aneignen kannst.

    Meine Erfahrung ist/war die, dass ich früher mit Auswendiglernen SEHR GUTE Ergebnisse erzielen konnte, sich heute mein Hirn aber dagegen sträubt, da es favorisierend auf den gewachsenen Erfahrungsschatz gelebter Jahre zurückgreifen möchte.

    Ganzheitliches Lernen ist -so abgedroschen es auch klingen möge- doch effektiver, auch wenn es anfänglich eine gewisse Umstellung ist, langfristig ist es Gewinn.

    Daher lautet grundsätzlich meine Behauptung: Kinder oder jüngere Menschen lernen nicht unbedingt leichter als Erwachsene, Erwachsene müssen lediglich andere Techniken anwenden, die ihr geistiges Potential (meist die gehäufte Lebens- und Sinneserfahrung) ausschöpfen.

  6. Kommentar von Dan am 16. Januar 2008

    Ich habe mich so oft gefragt was wäre wenn…

    Und ich muss Dir eins sagen, es bringt absolut nichts !
    Alles was passiert soll so passieren.

    Und wenn man halt mal eine zeitlanf durch hängt, mal ein Jahr kein Glück hat, die falschen Menschen kennen lernt oder sonst was.
    Es soll so sein…
    Sich aber umschauen und sich zu fragen was gewesen wäre wenn…
    Man macht sich nur kaputt irgendwann…

Keine Kommentare erlaubt!