… wenn man der Meinung ist, dass vieles seiner jetzigen Verhaltensweisen und Charakterzüge auf die Einflüsse anderer zurückzuführen sind, schiebt man dann alle Verantwortung vor sich weg oder können wir nichts dafür, dass wir so sind, wie wir sind?
Also zum Beispiel wurde im Fremde Situationstest von Mary Ainsworth Ende der 60er Jahre nachgewiesen, dass die anhaltende Feinfühligkeit der Mutter im Säuglingsalter sich auf die späteren sozialen Kompetenzen des Kindes auswirkt. (Mehr dazu bei Wiki)
Demnach können wir gar nichts dafür, ob wir uns eher sozial oder eher unsozial verhalten. Entschieden hat sich das in unserer frühesten Kindheit, ohne unser Zutun. Wir müssen jetzt mit dieser Konsequenz leben und fühlen uns entweder gut damit oder sagen, dass es die Eltern verbockt haben.
Ist es nun falsch zu sagen, egal in welchem Zusammhang: “Daran sind ja meine Eltern Schuld.”, weil man der Meinúng ist, dass man nichts dafür kann. Oder sollte man sich eher sagen: “Ok, vielleicht liegt es zum Teil an meinen Erfahrungen, aber jetzt liegt es an mir dies und auch mich zu ändern.”?
Inwiefern kann man als Mensch seine Verhaltensmuster und Erfahrungen wirklich durchbrechen um ganz für sich selbst zu entscheiden, “ich will so nicht mehr, ich bin jetzt anders!”? Irgendwo haben wir ja immer einen Druck irgendwie zu sein und meistens sind wir in bestimmte Muster schon so lange eingebunden, dass der Absprung einfach sehr schwer ist.
Kann man das überhaupt voneinander trennen? Liegt an meiner Erziehung / Erfahrung, ich kann einfach nicht anders oder ich bin so wie ich bin, weil ich das so möchte?
(Vielleicht versteht ihr ja ein wenig was ich meine und wenn nicht hakt es ab unter “Ich muss ja nicht alles verstehen”
)

Hier bloggt: Nadine, 22 Jahre alt, glücklich vergeben und studiert an der Hochschule Darmstadt "Soziale Arbeit". 
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Erst mal “herzlichen Glückwunsch” du bist unter den 80 Auserwählten bei TENO die um die Kanada-Reise gelost werden
Jetzt zu deinem Beitrag - ich bin der absoluten Überzeugung das man ab einem gewissen Alter sein eigener Erziehungsberechtigter ist
.
Meine Eltern sind zum Beispiel typische “Unter-den-Teppich-kehrer” *g* ich überhaupt nicht - mein Mann wundert sich da auch immer drüber und fragt sich woher ich diese Eigenschaft habe
Meine Kinder kommen auch oft mit der Aussage “… ja aber du/ihr machst das doch auch so …”
und - zweitens - da sie die Nachkommen sind müssen sie immer BESSER als ihre Eltern sein
(wo bleibt denn sonst die Weiterentwicklung *g*)
Dann versuche ich ihnen immer klar zu machen das - erstens - Eltern auch nur Menschen mit Fehlern sind
~sichAntjeanschließ~ Ausserdem hat man da ja auch noch was zum nachdenken und immer eine Wahl, wie man sich verhalten kann/will.
so viel Zeit wie die meisten Eltern heute auch für ihre Kinder aufbringen, werden viele wohl nur von TV, Freunden und Lehrern geprägt.
Ich sehe das so wie Antje. Bei kleinen Kindern kann man sagen “die können nichts dafür, das wurde denen nicht anders gezeigt”. Zum Beispiel, wenn kleine Kinder mit Schuhen in der S-Bahn auf den SItzen rumturnen. Die Eltern sagen nichts. Woher sollen die kleinen also wissen, dass das eher schlechtes Verhalten ist? Irgendwann ist man aber in einem Alter, in dem man die Schuld nicht mehr auf die Eltern abwetzen kann. Das eigene Grips ist dann ausgereift genug und man weiß selbst, dass man das nicht macht.
Das ist alles relativ, zwar hat man festgestellt, dass die Kinder von Arbeitslosen, nur um mal ein Beispiel zu nennen, öfter auch arbeitslos sind, als die von Leuten, die arbeiten.
, neben dem Abitur für ihren Lebensunterhalt gearbeitet haben und trotzdem ein gutes Abi geschafft haben, um danach zu studieren.

Im Gegensatz dazu hatte ich im meinem Abiturjahrgang einige Leute, die sich komplett selbst finanziert haben, aus keinen guten Verhältnissen kamen (oder anders, die Eltern waren, naja ne…
Klar, bis zu einem bestimmten Punkt wird eine Menge, von dem was wir tun durch unsere Eltern beeinflusst, später kommen da aber auch eine Menge andere Einflüsse hinzu und dann gilt die Aussage, die Eltern wären Schuld nicht mehr.
Man muss schon die Konsequenzen für seine Taten tragen, ab einem gewissen Alter.
Klar, sollten die Eltern einem gewisse Werte vermitteln, aber irgendwann nimmt man dann das an, was man für richtig hält und ich finde, man muss nicht alles für richtig halten, was die Eltern machen
Ganz schlimm fand ich früher den Satz meiner Eltern: “Wo hast du das denn wieder her?” So nach dem Motto, ich wäre nicht in der Lage von alleine auf eine Verhaltensweise zu kommen und müsste mir alles bei anderen abschauen…
Man sieht, was die anderen machen, was die Konsequenzen daraus sind und entscheidet dann für sich, ob man das gut heißt oder nicht. Und manchmal probiert man eben selber aus
Fazit dieses nicht kurzen Textes:
Bei kleinen Kindern sehe ich ein, dass die Elten einen großen Teil zu verantworten haben, was das Kind macht, ab einem bestimmten Alter weniger, vor allem wenn die Freunde anfangen, eine Rolle zu spielen und irgendwann ist man für sich selbst verantwortlich, kriegt ab und Hilfe von den Eltern, aber irgendwann ist das dann auch vorbei und man ist selbst Schuld!
Also irgendwann sollte man in einem Alter sein wo man selbst über seine Verhaltensweisen reflektieren kann. Man sieht wie man es selbst macht (was andere zu einem sagen) und wie es andere tun, und was für Auswirkungen dies oder das hat.
Interessant wäre ja dann: wenn sich zwei Geschwister unterschiedlich entwickeln, haben die Eltern diese beiden Kinder dann (sehr) unterschiedlich behandelt?
Erziehung?
Vielleicht ist alles schon vorher genetisch determiniert?
Gibt es das Verbrecher-Gen? Hmm …
Das finde ich ist eine gute Frage.
Es gibt ja Mama und Papa Kinder
Aber generell sehe ich auch das Umfeld als maßgeblich für die eigene Entwicklung.
Ihr geht jetzt alle davon aus, dass man ab einem bestimmten Alter entscheidet, wie man ist. Aber die Grundeinstellung dem gegenüber müssen wir ja irgendwo her haben, oder auch einige Macken von uns. Manche sind eifersüchtig, können das aber nicht steuern. Ist das jetzt was wofür wir uns entscheiden? Ich will eifersüchtig sein oder ist das eher: habs nie anders gesehen / erlebt - ich bin halt so. Und dann muss es ja eine Ursache haben.
Wie seht ihr das?
Naja, ich finde, das kommt auf die Eifersucht an. Wenn du die in einer Beziehung meinst, dann sage ich, jeder Mensch hat gewisse Verlustängste und die Menschen, bei denen die Eifersucht stark ausgeprägt ist, haben vielleicht ein Problem mit ihrem Selbstbewusstsein, Vertrauen ihrem Partner nicht, solche Sachen halt.
Ich denke nicht, dass solche Sachen komplett von der Erziehung abhängen. Klar, wenn ein Geschwisterteil immer nur die zweite Geige spielt und die Eltern das andere Kind sehr bevorzugen, kann ich mir vorstellen, dass sich das auf das Ego auswirkt und das dann wiederum darauf, dass man eifersüchtig ist. Jetzt mal nur so als Beispiel. Aber ich denke, solche Sachen haben oft mehrere Gründe und nicht nur einen. Das ist zu komplex, als das man das nur an der Erziehung festmachen könnte.
Also ich wollte meine Kinder immer “gleich” erziehen. Niemaden einen Vorteil geben oder so. Das geht aber nicht - da meine Kinder komplett unterschiedlich sind. Bei Maren reichte im Alter von 2-3 ein “stell bitte das Glas hin - das geht kaputt”
Maren stellte es hin … bei Marius hab ich das im gleichen Alter versucht - das Glas war kaputt 

Naja vielleicht blödes Beispiel aber da fing es an wo ich ihn “anders” erziehen musste
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@Possie - du glaubst gar nicht wie viele “Erziehungssätze” meiner Eltern ich schon aus-versehen an meinen Kindern abgelassen habe

Irgendwie relativiert sich das mit den eigenen Kindern und man rafft erst mal was die eigenen Eltern mit “so Sätzen” meinten
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Grundeinstellungen kann man m.M.n. ändern. Habe es selbst an mir erlebt
. Ich habe mit 20 viele Sachen auch noch ganz anders gesehen als heute mit fast 40
*g*
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“Ich bin halt so” ist für mich eine reine Faulheitsausrede
kenne ich von mir
und zur Zeit besondern schlimm von meinen Kindern *g*
Man kann sich immer ändern - wenn man will!
ich will mir jetzt gar nicht durchlesen, was die anderen so schreiben, sondern schnell niedertippseln, was mir dazu in den sinn gekommen ist
also ich seh die Sache so.. es ist beides
zum Teil trägt das Umfeld einen imo sehr großen Teil dazu bei, wie man sich entwickelt.. Elternhaus, Freundeskreis, Lebenssituation, Schlüsselereignisse, Gene, etc.
allerdings hat jeder Mensch immer wieder Entscheidungen zwischen den Wegen, die er einschlägt…
im Prinzip bietet jedes Ereignis mehr als eine Möglichkeit, was man davon mitträgt und wie man davon ausgehend sein Fühlen, Denken, Handeln, Leben beeinflussen lässt
bestes Beispiel sind doch Optimisten vs. Pessimisten… einer sieht eine Situation furchtbar traurig und einer sieht das positive… beim selben einschneidenden Erlebnis werden wohl beide ganz andere Elemente davon verarbeiten und entsprechend anderes für sich selbst “lernen” bzw. davontragen - und so ist das immer wieder
aber: die Entscheidungsfähigkeit bzw. Vernunft, das richtige bzw. bessere zu wählen, ist dann wieder umfeldgeprägt… einer, der sein Leben lang unüberlegt gehandelt hat, wird nicht plötzlich über einen tieferen Sinn hinter irgendetwas sinnieren… außer natürlich er bekommt durch sein Umfeld, die Möglichkeit, diese Denkweise zu ändern…
stellen wir uns vor, er kommt (z.B. versehentlich) in eine Buchhandlung und sieht dort entsprechende Lektüre, die ihm einen Anstoß geben würde, seine Denkweisen etwas zu ändern - wenn er es denn lesen würde.
Jetzt bleibt es seine Entscheidung, sich zu sagen “das will ich” oder “das will ich nicht”
aber auch hier wirken sich die früheren Ereignisse wieder drauf aus.. mein hier beschriebener Charakter hat sein Leben lang kaum gelesen und in seinem Umfeld war es immer verpönt… also wird er mit größerer Wahrscheinlichkeit das Buch nicht lesen, also seine Denkweise nicht ändern und dann bei einem anderen Erlebnis keine neuen Herangehensweisen an die Verarbeitung des Erlebnisses haben…
daher auch die Weisheit, dass man nur Fortschritt macht, indem man neues ausprobiert