“Es gibt keine dummen Fragen - nur dumme Antworten.”
Das ist so eine Feststellung, die ich nach jahrelanger Erfahrung als lebender Mensch eigentlich widerrufen möchte
Das stimmt nämlich nicht… Die gibst schon.
In der Blogparade von Blogaboutjob.de geht es um dumme Fragen. Genau genommen um dumme Fragen im Bewerbungsgespräch.
Als ich die Beschreibung zur Blogparade gelesen habe ist mir gleich das dümmste Bewerbungsverfahren eingefallen, das ich je hatte. Ich erinne mich zwar an keine Frage an sich, aber das ganze drum herum war so dumm, darüber muss ich einfach bloggen, ob das jetzt haargenau zur Parade passt, soll der Paradenersteller doch selbst bestimmen.
Ok - legen wir los: Ich war eingeladen zu einem Bewerbungsverfahren auf einem Amt. Ich sage nicht welches Amt, aber ich fand das was sich dort ereignet hat war einfach typisch für ein Amt.
Das ganze hat in einer anderen Stadt stattgefunden, deswegen irrten meine Mutter, die mich gefahren hat, erstmal eine Weile durch die Gegend, bis wir schließlich die richtige Straße gefunden hatten - den Zeitdruck im Nacken. Vor dem genannten Raum saßen dann auch schon andere Bewerber. “Aha”, dachte ich mir, “Die hörn sich wohl mehrere Leute an”. Eigentlich Normal, oder? Ich war trotzdem irritiert, denn in der Einladung wurde nichts von einer Massenveranstaltung beschrieben.
Püntklich wurden wird dann in den Raum gerufen, dort saßen 4 Menschen, wir setzen und im Halbkreis vor diesem Tisch. Die 4 Personen haben sich dann auch vorgestellt, mit Name und Funktion im Amt und haben noch ein bisschen was zum Ausbildungsplatz erzählt. Dann konnten wir uns vorstellen. Name, kurzer Lebenslauf bla… Das übliche eben. Kennt man ja 
Dann wurde uns als mitgeteilt, dass es sich hierbei um ein kleines Assessmentcenter handelt. Wir sollten im Team verschiedene Aufgaben lösen, dabei wurden wir beobachtet und bewertet, anschließend sollten wir unsere Ergebnisse dann vortragen. Soweit ganz gut.
Danach wollten sie mit jedem einzeln sprechen. Wer konnte jetzt damit rechnen, dass sich alle 4 Personen, alle 12 eingeladenen Leute zusammen anhören. Wir saßen also vor dem Raum und einer nach dem anderen konnte reingehen, hatte sein persönliches Gespräch und konnte dann heim gehen. 12 Leute… ihr könnt euch denken wie lang ich vor diesem dummen Raum gesessen bin, denn ich war die vorletzte.
Einer nach dem anderen kam wieder raus… total bleich oder auch rot… der Satz, der mir einfach hängen geblieben ist, war folgender: “Bei der einen Frage, da wusste ich echt nicht was ich sagen sollte. Da stand ich da wie der Ochs vorm Berg.” Total mutmachend… 
Irgendwann nach mehren Stunden war ich dann dran. Ging rein… Während es vor dem Raum arschkalt war, war es innen so warm, ich bin innerhalb von Sekunden total rot angelaufen.
Dann gings los. Die Frau in der “Mitte” hatte ein Blatt Papier vor sich und fing an vorzulesen,… Frage 1 … Antwort… Frage 2… Antwort … usw. Sie hat jede Frage nur vorgelesen, ist kein Stück auf meine Antworte eingegangen, keine Nachfrage, kein Einhaken, nichts. Sie hat, ich glaube es waren 10-12 Fragen, vorgelesen, die ich beantworten musste.
Übrigens handelte es sich um eine Mimikfreien-Raum. Ich kam mir so dumm vor. Ich bin nicht der Typ, der so locker an ein Bewerbungsgespräch ran geht, dass er 5 Minuten über eine Frage erzählen kann. Vor allem diese Standardisierten Fragen passten überhaupt nicht zu mir. Ich wusste teilweise überhaupt nicht was ich sagen sollte, hatte Panik das falsche zu sagen und ich habe mich nur gefragt, wie man mich über so Standardfragen kennen lernen will und herausfinden ob ich die Richtige für den Job wäre.
Es war grausam… soll jetzt erwähnen, dass das mein erstes Bewerbungesgepräch überhaupt war? Ich hatte null Erfahrung bei Bewerbungsgesprächen und dann auch noch sowas. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen wie ich mich vor dem nächsten Gespräch gefühlt habe.
Ich verstehe es ja, wenn man ähnliche Fragen stellt, dann kann man die Bewerber untereinander doch auch vergleichen, aber wie kann es sein, dass man kein Stück den Bewerber und dessen Geschichte eingeht. Vielleicht muss auch noch dazu sagen, dass es sich um eine Ausbildung für die Berufsakademie und den Studiegang Sozialpädagogik gehandelt hat. Von dem her - saßen mir Sozialpädagogen gegenüber, die meiner Meinung nach, ihre Berufung völlig verfehlt haben.
Und wenn man schon die gleichen Fragen stellt und keine zusätzliche, wieso müssen sich dann 4 Personen diesen Mist parallel anhören. Da kann man sich auch Notizen zu machen und sie den anderen mitteilen. Ist ja nicht so, dass es sich hierbei auch nur annähernd um was individuelles gehandelt hat, bei dem man 4 Personen braucht, die sich das anhören.
Ich habe den Ausbildungsplatz nicht bekommen, was vielleicht lag, dass das Gespräch nach 10 Minuten schon zuende war. Aber das war so horror-mäßig, ich glaube ich hätte mich in diesem Gruselladen auch echt nicht wohl gefühlt und bin eigentlich mit einem “normalen” Studium auch echt zufrieden. 
Also um es für die Parade nochmal zusammenzufassen, was mich genau gestört hat: Zum einen das unangekündigte Assessementcenter, dann die lange Wartezeit auf das Gespräch, die standardisierten und nur vorgelesenen Fragen und einfach, die Tatsache, dass auf die Person, die vor einem saß, nicht eingegangen wurde.

Hier bloggt: Nadine, 22 Jahre alt, glücklich vergeben und studiert an der Hochschule Darmstadt "Soziale Arbeit". 
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Oh das kenne ich. Ich habe mich in meinem jetzigen Unternehmen um eine Beförderung mit Weiterbildung beworben.
Als erstes war da ein Bewerbungsgespräch mit meinem Bereichsleiter. Alles sehr locker und kein Problem.
2 Tage später erhielt ich eine E-Mail, dass der Personalchef gerne ein kurzes Gespräch mit mir führen möchte.
Ich bin da also hin. Ich kam in einen Raum mit mehreren Leuten und bekam ein paar Filzstifte in die Hand gedrückt “Erstellen Sie in 15 Minuten eine Präsentation zum Thema Outbound” … ich hatte noch nie was mit Outbound zu tun… Nunja, ich habe also irgendwas zu Papier gebracht. Nach 40 Minuten warten war ich dann an der Reihe. Ich betrete einen Raum mit 5 gut gekleideten Personen, inkl. meinem Personalchef. Während ich also die Präsi vortrage benimmt sich der Personalchef extrem merkwürdig, nahezu kindisch. Erst kurz vor Schluss fällt mir auf, dass er einen zu schulenden Agent spielt… schöner Mist, hätte man mir auch früher sagen können. Danach musste ich 3 Stunden auf meine Auswertung warten.
Schöner Mist, darauf hätte man mich auch vorbereiten können.
Die dümmste Frage eines Bewerbers, den man selbst angesprochen hat, ist: Wie sind Sie auf mich gekommen?
Natürlich, weil er/sie einem als Talent empfohlen wurde. Wer aber verwundert fragt, wieso bei der Suche nach Talenten ausgerechnet sein Name fällt, schießt sich ins Knie: Wenn er/sie sich offenbar schon selbst nicht gerade für eine Leuchte hält…
Was hab ich es doch gut, bei den zwei Bewerbungsgesprächen die ich bisher hatte, wusste ich vorher schon, dass ich die Stelle sicher hatte.
Boah Flash, das ist ja fast ein wenig unfair
Da würd ich dann auch locker reingehen und mich bestimmt besser präsentieren, als wenn man eben diesen Druck im Nacken hat. Na ja … 
das klingt ja gruslig. und, hast du den platz dann wenigstens bekommen?
herzliche grüße, paleica