Ich lese zur Zeit zwei Bücher von Necla Kelek, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Das erste Buch nennt sich Die fremde Braut. Das Buch handelt vor allem von türkischen Frauen in Deutschland, der Türkei, ihre eigene Geschichte und Zwangsverheiratung.
Das Buch hat mehrere Facetten, die es für mich wahnsinnig spannend machen. Zum einen finde ich es interessant zu lesen, wie eine Türkin über sich selbst, ihre Familie, ihr Land und die Kultur denkt. Sie beschreibt auch nicht nur ihre Sicht der Dinge, sie schreibt auch über ihre ganz eigene Geschichte und vor allem die ihrer Mutter. Privater geht es ja kaum. Dadurch bleibt das Buch auch kein Sachbuch, sondern ein lebendiges Buch voller trauriger Schicksale, aber auch mit der Hoffnung auf Veränderung.
Zum anderen ist es spannend, da sie den Migrationsprozess selbst durchgemacht hat und sich um in Deutschland ganz anzukommen, teilweise von ihrer Familie abwenden musste. Und warum das so ist, wird vor allem in Die verlorenen Söhne sehr gut beschrieben.
Es geht in diesem Buch vor allem um den türkischen Mann. Wieso ist der Mann so wie er ist? Was hat die Geschichte, Familie und vor allem die Religion dazu beigetragen, das sich Integration so schwierig gestaltet?
Wenn man dieses Buch gelesen hat, hat man wirklich etwas worüber man nachdenken kann. Denn es wird einem danach schmerzlich bewusst, dass Integration mehr ist, als beispielsweise ein Spachkurs. Man sieht danach wirklich mit anderen Augen!
Ich muss dazu sagen, dass ich das Buch über die türkischen Männer vor dem Buch über türkische Frauen gelesen habe, obwohl sie die Bücher eigentlich in anderer Reihenfolge geschrieben hat. Bzw. das Buch über türkische Frauen lese ich im Moment noch, ich kenne nur aus dem 2. Buch schon einige Details aus dem ersten.
Was ich in beiden Büchern spannend finde, ist dass sie immer wieder betont was ihrer Meinung nach Integration bedeutet und was sie auch glaubt was die Deutschen machen müssen. Im Sinne von: Auch mal durchgreifen und nicht denken, dann sei man gleich rassistisch. Das ist auch schon immer meine Meinung und ich finde es sehr spannend, dass sie auch diese Meinung vertritt.
Lest einfach die Bücher, ihr werdet es nicht bereuen!

Hier bloggt: Nadine, 23 Jahre alt und studiert "Soziale Arbeit". Gebloggt wird über alles was Lust und Laune macht! 


