Praktikum im Jugendamt – Resumee (2)

8. Oktober 2009 in Campus Leben

Vorwort
Zu Beginn dieses Jahres habe ich, der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch daran, im Rahmen meines Studiums ein Praktikum im Jugendamt absolviert. Abschließend habe ich darüber auch einen Bericht geschrieben, der alles enthielt, was mir persönlich missfallen hat und was mich an diesem Jugendamt bzw. den Mitarbeitern gestört hat. Dieser Bericht wurde nun in dem halben Jahr, seit ich ihn geschrieben habe, um die 2500 mal gelesen und ist beim Google-Suchbegriff “Praktikum im Jugendamt” als allererstes Ergebnis gelistet.

Jetzt muss ich hinzufügen, dass ich mit dieser Resonanz nicht gerechnet habe und mich seit ich davon weiß, mich ein schlechtes Gewissen plagt.

Ich glaube kaum, dass all die, die wirklich nach “Praktikum im Jugendamt” googlen von meinen schlechten Erfahrungen profitieren. Deswegen möchte ich hier nochmal ein paar Zusätze zum oben genannten Artikel schreiben, die wirkliche Tipps nennen:

Zusätze

Ein Praktikum im Jugendamt (im allgemeinen sozialen Dienst) lohnt sich nur für all diejenigen, die Kenntnisse über das SGB VIII verfügen! Das sind vor allem Studenten und nicht Schüler!

Ich muss das so hart ausdrücken, weil es ohne SGB VIII Kenntnisse einfach nicht funktioniert. Im SGB VIII sind die ganzen Hilfen genannt und auch das Vorgehen des Jugendamts detailiert beschrieben. Wer darüber nichts weiß, kann das auch nicht in ein paar Wochen Praktikum nachholen. Auch die Mitarbeiter können euch das nicht mal so nebenher beibringen. Es wäre einfach viel zu zeitaufwendig und bis ihr dann alles versteht ist das Praktikum schon zu ende.

Desweiteren nimmt nicht jedes Jugendamt Praktikanten über den jeweils gewünschten Zeitraum. Bei mir waren es damals vier Wochen und da hat man als “Jugendamt” schon Probleme damit. Deswegen gilt es wie immer sich bei mehreren Ämtern gleichzeitig zu bewerben, aber das ist ja fast immer so.

Wichtig ist auch sich frühzeitig zu bewerben. Das erspart allen Stress. Wenn man auf einem Amt arbeiten möchte, bekommt man nämlich vorher erstmal eine Blätterflut nach Hause, die Personalbögen, Schweigepflichtserklärungen usw. enthalten. Und ohne dass man diese unterschrieben zurück geschickt hat, darf man dort auch nicht arbeiten.

Außerdem kommt es sehr gut an, wenn ihr im Bewerbungsgespräch erzählt, dass ihr auch auf den Demos der Erzieher und Jugendamt-Mitarbeiter dabei wart. Warum? Eine interne Quelle hat mir erzählt, dass manche Mitarbeiter wohl angepisst sind, da sie alle demonstrieren gehen, die Studenten aber kein Interesse daran zeigen, dass sie später mal mehr Lohn bekommen. Demnach war deren Schlussfolgerung: Wenn die Studenten nicht demonstrieren gehen, werden wir eben keine Stundenten mehr als Prakikanten einstellen.

Ihr solltet euch auch vorher informieren, ob eure Hochschule ein Zeugnis wünscht, bzw. ob ihr euch das für eure Zukunft wünscht. Falls das nämlich der Fall ist, dann kündigt das schon zu Beginn an und nennt einen Termin, an dem ihr das braucht. Nennt am besten einen früheren Termin, als den, zu dem es wirklich da sein muss. Dann hat der Sozialarbeiter Druck und ihr könnt sicher sein, dass ihr es auch bekommt. Kein “es kann auch noch ne Worte warten”, weil dann wartet der Sozialarbeiter an sich auch noch ne Woche bis er anfängt.

Ich persönlich habe auf dem Jugendamt auf dem ich war schlechte Erfahrungen gemacht. Ich kenne aber auch viele, die auf anderen Jugendämtern sehr nette Menschen kennen gelernt und gute Erfahrungen gemacht haben.

Deswegen bildet euch eure eigene Meinung und macht diese Erfahrung ruhig mit. Vielleicht liegt euch das arbeiten auf dem Amt, vielleicht wisst ihr danach, was ihr gar nicht wollt!







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3 Kommentare zu “Praktikum im Jugendamt – Resumee (2)”

  1. Pingback von [ Her-Life.com Weblog ] » Praktikum im Jugendamt: Resumee am 8. Oktober 2009

    [...] und was meine Komilitonen sagen, wenn ich mein Referat darüber halte… Bitte lest auch Teil 2 dieses Artikels! Tipps und Tricks auf dem Weg zum Praktikum! Dir hat dieser Beitrag gefallen? [...]

  2. Kommentar von Sonja am 8. Oktober 2009

    Ist echt wichtig, dass jeder seine eigenen Erfahrungen macht. Dafür ist ja auch ein Praktikum da. Natürlich auch darum, mal in die Arbeitswelt hineingeschnuppert zu haben. Das halte ich bspw. für besonders wichtig: Einige treten nach dem Studium in einen Beruf ein, ohne jemals irgendwas Praktisches gemacht zu haben, kennen alles nur aus der Theorie. Selbst wenn die Praktikumserfahrung dann negativ war, ist es trotzdem eine Erfahrung, die einem keiner mehr nehmen kann und man lernt immer etwas daraus.

  3. Kommentar von Michelle am 8. Oktober 2009

    Ich habe zu Beginn des Jahres auch ein Praktikum im Jugendamt gemacht und ich bin Schülerin (z.Z 12 Jgst).
    Mir hat der “Besuch” dort sehr viel gebracht, heute weiß ich dass dies mein Traumberuf ist.
    (Also Jugendamt direkt nicht, aber mit der Richtung habe ich glaube ich genau ins Schwarze getroffen )
    Gut, selbst “Hand anlegen” kann man natürlich nicht. Aber ich durfte/ konnte mir so gut wie alles anhören und beobachten.

    Als Schüler macht man ja ein Praktikum meistens um herauszufinden ob einem der Beruf Spass machen könnte und dass kann man auch ohne Vorkenntnisse!

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  2. 8. Okt 2009: [ Her-Life.com Weblog ] » Praktikum im Jugendamt: Resumee

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