Gestern hab ichs im Radio gehört, bei Spiegel gibts die Infos wohl schon länger: Es gibt eine neue faire Milch!
Diese faire Milch ist etwas teurer als normale Milch. H-Milch soll im Handel für 89 Cent zu erwerben sein. Aber dafür erhalten die Milchbauern, die ja seit Jahren um einen höheren Milchpreis kämpfen, 40 Cent pro Liter in die eigene Tasche! Mit diesen 40 Cent können sie dann kostendeckend arbeiten und weiterhin Milch aus der Region für uns bereit stellen.
Denn wenn ich im Rewe Hessen wohl diese faire Milch kaufe, kommt sie von Milchbauern aus Hessen. Diese Milchbauern wiederrum versprechen ihre Tiere mit regionalen Gräsern etc. zu füttern und kein Gen-verzeuchtes Essen zu verabreichen. Das bedeutet für den Konsumenten, dass die Milch gesünder ist, mehr Vitamine enthält, was wiederrum gut füt unser Gesundheit ist.
Also praktisch ne runde Sache in sich.
Nun war ich aber mal neugierig und hab die Kommentare zu dem Spiegel-Artikel gelesen und fands wirklich interessant und lustig. Da herrscht ein regelrechter Krieg zwischen Milchbauern, Wissenden und Un-wissenden. Aber fragt mich nicht wer wer ist. 
Auf der der anderen Seite wird aber gerade in den Kommentaren immer wieder erwähnt wieviele Subventionen die Bauern bekommen und wie kostengünstig man doch Milch produzieren könnte und dass 89 Cent völlig übertrieben wären. Auf der anderen Seite stehen dann die, die sagen man als Milchbauer im Moment nicht kostendeckend arbeiten kann und dass die 89 Cent Milch das beste ist was ihnen zur Zeit passieren konnte.
Irgendwann zwischen Seite 7 und 9 habe ich das lesen dann sein lassen, weil es doch immer nur die gleichen Argumentationsketten sind, die sich gegenüber stehen. Fakt ist für mich eigentlich, dass wem das zu teuer ist, es einfach nicht kaufen soll. Wer aber Wert darauf legt die regionalen Landwirte zu unterstützen und gesündere Milch zu kaufen, soll es investieren.
Vielleicht kommts auf längere Sicht wirklich günstiger, als wenn alle Milchbauern pleite gehen, sich dann irgendwelche riesigen Konzerne das Milch-Monopol schaffen und den Preis dann sowieso selbst diktieren können?! Dazu kommen noch die zusätzlichen Kosten fürs ALG für die Bauern.
Man weiß es ja nicht. Als Laie hat man da ja kaum einen Durchblick. Folgende Grafik habe ich noch gefunden, die die Zusammensetzung des Milchpreises zeigt. Wenn die Milchbauern nun wirklich 40 cent brauchen um kostendeckend arbeiten zu können, dann ist das natürlich schon krass, wenn einem 10 cent fehlen. Aber woher weiß ich auf der anderen Seite, dass sie wirklich 40 Cent pro Liter brauchen und nicht einfach nur einen höheren Gewinn erzielen wollen?!
Ich bin aber schon geneigt den Milchbauern zu glauben und ab und zu auch diese Milch einzukaufen. Und was sagt ihr jetzt dazu?



Vollmilch für 99c? Da ist die “gute” von Weihenstefan, Bärenmarke oder Landliebe genauso teuer, die ich derzeit immer hole, weil sie einfach besser ist als der noname-Rotz, der mir teils wie Wasser mit weißer Wasserfarbe vorkommt… Und etwa genauso gesund erscheint
Ich seh da eigentlich auch kein Problem darin fuer nen Liter Milch einen Euro zu bezahlen. Das ist doch so wie mit den Eiern. Man muss da auch an die Tiere denken und wenn die dann mit regionalem Gras gefuettert werden und der Bauer auch was davon hat und ich dann die Milch bekomme, die aus der Region stammt und nicht hunderte oder tausende km quer durch Europa gefahren wird, dann ist das auch gut fuer die Umwelt.
Eigentlich gewinnt da jeder. Finde ich auf jeden Fall gut.
Ich kann nur hoffen, dass es dann auch frische normale Vollmilch gibt und nicht diesen ESL Scheiss, der ja schon fast das ganze Regal uebernommen hat
Wenn das Geld dann am Ende wirklich bei den Bauern und den Tieren ankommt ist es sicherlich eine gute Sache. Wenn es nur Marketing ist dann widerrum nicht.
Soll es eben jeder so machen wie er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann.
Also ich kann nicht verstehen, warum Milch so eine Sonderstellung haben soll im Vergleich zu so vielen anderen Produkten.
Milch ist ein Produkt, welches die Bauern herstellen wie jedes andere auch.
Da gibt es halt einige gigantische Großbetriebe in Europa die so viel und so effizient und kostengünstig Milch produzieren, dass da viele kleine Milchbauern gar nicht mit denen konkurieren können.
Leute! DAS ist nun mal Marktwirtschaft! Wer nicht gut genug ist genau so effizient die gleiche Ware produzieren zu können, bei dem wird halt nicht gekauft.
Wenn 2 Hersteller von Waschmittel beide ein Gleichwertiges Produkt erzeugen, der eine aber viel viel günstiger ist, weil er ein besseres Herstellungsverfahren hat dann geht der Halt pleite.
Wenn wir nun mal viel viel viel zu viel Milch produzieren als wir brauchen, dann sinkt auch der Preis. Und der, der die höchsten Produktionskosten hat geht dann zuerst pleite.
Weil der Staat diese Marktbereinigung aber durch Subventionen aufschiebt, damit die ganzen Kleinbauern nicht pleite gehen wird das Problem dadurch aber nicht gelöst.
Die Subventionen machen nur Sinn, wenn ein Milchbauer merkt:
Mist, ich kann nicht mehr mithalten, habe durch Subventionen aber 5 Jahre Zeit meinen Betrieb langsam von Milchproduktion zu einer anderen (etwas produzieren, womit man Gewinn machen kann) umzubauen.
Bauern, die nicht effizient genug produzieren (warum auch immer, meist weil Kapital fehlt, oder andere Produktionsgüter) die müssen auch Pleite gehen.
Kreative Zerstörung nennt man das im Kapitalismus.
Nur eine Wirtschaft die sich verändert (in der es Kreative Zerstörung gibt) kann sich verbessern!
Stillstand ist Rückschritt!
Und genau deshalb würde ich auch niemals ein und die gleiche Milch (von der Qualität) für 90ct kaufen, wenn ich im Regal daneben welche für 40ct bekomme, nur weil ich damit Betriebe unterstütze, die ineffizient herstellen.
Wenn wir das überall machen würden…. naja egal … ihr könnt selber weiter denken
Die angesprochene Aktion sehe ich mangels Wissen zwiegespalten mit den gleichen Bedenken wie du: Brauchen die wirklich mindestens 40 Cent oder geht es hier um Gewinn?
Ich hol mir immer die echte Frischmilch von Landliebe. Sofern ich weiß, die einzige nicht HSL-Milch.
Früher haben wir die Milch immer direkt vom Bauern geholt, für 0,5 € / Liter. Mittlerweile aber leider mangels Milchbauern in der Nähe nicht möglich.
Ich kaufe sowieso nur Bio-Milch und auch Bio-Eier von freilaufenden Hühnern und natürlich aus der Region

Kostet als H-Milch 1,09 bis 1,19/Liter und das finde ich absolut ok
@geby:
Man muss aber den Kapitalismus und dessen Regeln nicht mitmachen.
Man kann auch solidarisch handeln.
Aber das die Preise teilweise verfallen ist nicht nur bei der Milch so. Überproduktion erzeugt halt sinkende Preise.
Trotzdem kann man dann immer noch entscheiden wen man am Ende unterstützt und mit wem man sympathiert und dazu eben eventuell regionale Milchbauern mit gezieltem Kauf unterstützen.
Auch das ist eben eine Möglichkeit im Kapitalismus, das man als Kunde Möglichkeiten hat Einfluss über seine Kaufkraft zu nehmen.
@Sebastian:
Klar! Die Art und Weise der Herstellung fließt ja in die Entscheidung ob ich 2 Produkte als gleichwertig betrachte mit ein!
Bsp1:
BauerA: Herkömmlicher durchschnitts Milchproduzent. Kein Bio. Wenig automatisiert.
BauerB: Großkonzern. Vollautomatisiert. Riesige Produktion.
Die Produzieren für mich (subjektiv) 1:1 das gleiche Produkt! Würde niemals 90ct statt 40ct zahlen.
Bsp2:
BauerC: Ein Bauer wie einer der beiden oben, wer spielt keine Rolle.
BauerD: Ein Bio Bauer aus der Region. Wenig automatisiert. Viel an der frischen Luft. Alles Artgerecht usw.
Da ist es am ende zwar trotzdem noch das gleiche Produkt. Aber ich belohne mit dem kauf der Milch des BauernD ja seine Herstellungsart!
Bei der “fairen” 90ct Milch ist aber nicht die Herstellungsart fair, sondern der Preis!
BioMilch kaufen! Okay! Alles andere. Nix für mich. Unverständlich!
@geby: Die Faire Milch hat aber auch wie ich geschrieben habe auch diese anderen Faktoren mit drin.
Die Bauern füttern denen dann wiederrum Zeugs auch der Region, das nicht genverseucht isw usw. Ich weiß net inwiefern das jetzt Bio ist, aber es ist immerhin schon mal was.
@alex: Laut Spiegel gibt es h- und vollmilch
@geby: Ich finde den Ausdruck Herstellung bzw Produktion hier aber falsch. Bei Milch handelt es sich um ein tierisches Produkt. Es sind als lebende Tiere, die da etwas “produzieren”, nicht irgendwelche Roboterarme wie bei einem Auto. Und lebende Tiere kann man nicht einfach einer reinen Produktivitäts-Aktion unterwerfen… Im weiteren Sinne dahingehend interessant: http://www.sueddeutsche.de/leben/264/499540/text/
@Nadine: Also wirklich… das ist doch reines Marketing! Hat absolut Null mit Umweltschutz oder Tierliebe zu tun.
@Andreas:
“Und lebende Tiere kann man nicht einfach einer reinen Produktivitäts-Aktion”
Doch! So ist es nun mal! Ob das so wie es jetzt ist gut ist das ist was anderes. Dann müsste man die bisherigen Haltungsformen gesetzlich verbieten, bzw. Teile davon (Wie z.b bei Legehennen geschehen). Das fordert aber keiner! Das was die Bauern fordern ist nur eines! GELD! Es geht hier nur um Geld mehr nicht!
Oder willst du einen Bauernhof machen auf dem du die Kuh jeden morgen fragen muss: “Willst du uns heute deine Milch geben? Wie hättest du dein Futter gern? Oder sollen wir den Stall mal anders streichen?” (ich weiß das ich hier übertreibe ;-) )
Dann würde die Milch nämlich 90€/L kosten.
Wie ich bereits schon bei Facebook meinte, sie brauchen diese 40 Cent auf jeden Fall. Zur Zeit ist es, wie gesagt, ein Minusgeschäft.
Seit ich in der Zeit Wissen mal einen Artikel über die Milchindustrie gelesen habe, bin ich eher am Überlegen, von tierischer auf pflanzliche Milch umzusteigen.
In Europa wird zu viel Milch produziert, aus dieser wird dann teilweise Milchpulver hergestellt und so billig nach Afrika verkauft, was auch den Milchbauern dort schadet.
Global betrachtet würde ich deswegen statt “fairer” Milch lieber weniger europäische Milchbauern sehen.
Den nicht effizienten Betrieben müsste man aber die Chance geben, sich neu zu orientieren, um eben die Kosten fürs ALG zu vermeiden.
ich stehe dem auch skeptisch gegenueber. ich denke, da ist von allem etwas wahres dran – kein mensch moechte seine arbeitskraft “gerade mal kostendeckend” verkaufen – insofern denke ich, das die geforderten “kostendeckenden” 40 cent pro liter schon einen gewinn enthalten. in die buecher laesst sich niemand schauen…von daher wird es fuer uns verbraucher wohl ein mysterium bleiben.
auf der anderen seite stellt sich mir die frage: wie konnnten die milchbauern so lange ueberleben, denn die niedrigen preise sind ja nicht erst seit gestern marktbestimmend.
wie oben schon jemand geschrieben hat: die marktwirtschaft gilt in diesem land – und dem haben sich am ende auch die milchbauern zu fuegen, so hart das auch sein mag. auch ich muss schauen, wie ich klarkomme und werde fuer meinen kaffee und mein sonntags-fruehstueck weiterhin auf den preis achten.
So, ich mag dann auch mal, auch wenn ich nicht alle Kommentare gelesen habe.
@ geby Also um auf die Sache mit der Marktwirtschaft zu kommen. Ähm, hast du schon mal was von der Milchquote gehört? Wenn nicht, dann frag mal Miste Google, ich produzier am meisten und krieg dann auch das meiste Geld, is nicht.
Mal ganz abgesehen davon, dass der, wie mein Klauentierprof so gerne sagt: “Kuhkomfort” ganz sicherlich leidet, wenn ich einen riesen Betrieb mit ein paar hundert bzw. tausend Kühen habe.
Damit der Bauer möglichst viel Milch bekommt, werden die Tiere auf eine Art und Weise gefüttert, die alles andere als physiologisch ist. Sie sind grundsätzlich kurz vor einer Azidose (Übersäuerung), weil sie so viel Kraftfutter bekommen müssen, um ihre 10 000 kg Milch im Jahr zu geben.
Ganz ehrlich, da unterstütze ich lieber einen kleinen Bauern, der sich vielleicht eher kümmert, weil er mehr Überblick über seinen Bestand hat und “individueller” auf die Tiere eingehen kann. Wo die Kühe, die grade keine Milch geben, auch mal ne Wiese kennen lernen dürfen.
Der Milchpreis ist im Moment im Keller, 25 Cent bekommt ein Bauer im Moment pro Liter, jedenfalls hier. Wie soll der denn bitte ohne Subventionen noch irgendwie über die Runden kommen? Da kommt eine Kuh mit einer Labmagenverlagerung oder ner Schwergeburt und dann ist er schon wieder ein paar hundert Euro los. Und es ist ja nicht so, dass das nur alle paar Jahre mal passieren würde.
Dann wird ständig gemeckert, Milch ist ein Grundnahrungsmittel, die darf nicht teuer sein. Ganz ehrlich, ich hab überhaupt kein Problem damit, mehr für Milch zu bezahlen, wenn das auch bei den Kühen ankommt.
Es ist kein Wunder, dass die Bauern den Tierarzt meistens holen, wenn es fast schon zu spät ist. Es ist einfach teuer und die müssen schauen wo sie bleiben. Und dafür werden dann die Tiere unnötig gequält und müssen leiden.
Aber alle Welt kauft Bio und zwar so viel, dass das nicht in Deutschland sondern weiß der Kuckuck wo hergestellt wird und zu uns geflogen wird, die Umwelt freut sich.
Da kann man auch einfach mal versuchen die ansässigen Landwirte zu unterstützen, das schont die Umwelt, weils nicht noch wer weiß wo her gekarrt werden muss und mit Glück kommt das auch irgendwann mal bei den Kühen an.
So, ich lese das jetzt nicht mehr durch
Ich hoffe es ist nicht zu wirr 
Es ist doch so, die Qualität der Milch ist nicht besser als von ner 0815 Milch, die Werbung mit gentechnikfrei trifft in Deutschland auf alle Produkte zu, da keine Gentechnik angbaut werden darf. Habe ich 10 oder 100 Kühe im Stall ist egal (schon besser für die Kuh als ehemaliges Herdentier je größer desto besser) denn die Kosten pro Kuh sind immer gleich. Denkt nach über das was Ihr einkauft und was es euch wert ist. Die Milch ist nicht besser, aber der Vorteil der Bauer braucht keine Subventionen mehr und eventuell lässt Westerwelle die Lohnsteuer sinken