Vor kurzem habe ich auf Nightstorys von einem H&M Boykott gelesen. Da habe ich mich dann kurz gefragt, was ist denn da bitte los.
Wie man in verschiedenen Quellen nachlesen kann, hat die Modekette H&M in New York wohl Winterklamotten zerschnitten und sie weggeworfen, statt sie an Obdachlose zu verteilen. Das empört jetzt einige Menschen so sehr, dass sie H&M boykottieren wollen.
Finde ich an sich ne gute Sache, wenn man sich für was einsetzt und den wichtigen Menschen mal zeigt was man von so Aktionen hält. Die Frage ist an der Stelle nur, wieso sowas nicht publik gemacht wird? Oder habt ihr was davon mitgekriegt? Scheinbar scheint sich keiner drüber aufzuregen außer ein paar Mädels auf facebook.
Es ist auch wieder so ein bisschen wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Macht es wirklich was aus, wenn ICH aufhöre bei H&M ein zu kaufen?
Und wenn wir schon sowas boykottieren, wieso dann nicht andere auch. Boykottiern wir auch den Bäcker von neben an, der seine übrigen Brote nicht an Tafeln spenden! Oder Lebensmittelgeschäfte, die nicht spenden. Boykott.
Ich sag das extra so provokativ, weil ich gerne selbst auch mehr tun würde um zu helfen – Ich mich aber auch oft frage, inwiefern das hilft. Ich benutze jetzt Recycling-Klopapier, weil ich erfahren habe, dass auch für Klopapier Regenwälder gefällt werden. (Quelle) Das wusste ich vorher auch nicht. Hat mir keine Sau gesagt.
Die Frage ist dann eben wirklich, wieviel kann ich als einzelner bewirken? Gut, ich blogge jetzt darüber, vielleicht benutzt der eine oder andere von euch ab morgen auch Recycling-Klopapier. Das kostet übrigens genauso viel wie anderes günstiges WC-Papier. Aber hilfts?
Ich stehe auch im Lidl vo nem Regal und freue mich, wenn die Milch günstiger ist. An die Milchbauern denke ich dann nicht. Das hat halt alles zwei Seiten… Auf der einen Seite rege ich mich über was auf, drohe mit Boykott und auf der anderen Seite entscheide ich mich wieder für den einfachen Weg. Den Weg, den ich kenne.
Von vielen Schweinerein wissen wir doch gar nichts. Weil sich entweder keiner traut was zu sagen oder es eben unter den Tisch gekehrt wird.
Wie haltet ihr das? Spendet ihr? Kauft ihr Bio Sachen von Landwirten aus eurer Region? Was boykottiert ihr? Machen wir sowas nur um uns besser zu fühlen oder hilft das wirklich?



Dazu fällt mir nur ein, dass bei MC Donalds, BurgerKing,… auch all die Burger aus der Auslage weggeworfen werden wenn sie “über der Zeit” sind oder wenn Ladenschluss ist.
Da kann man sich auch fragen wieso diese Burger nicht an den Obdachlosen um die Ecke verteilt werden.
Aber macht das Sinn?
(zwar kein direkter Vergleich aber …
Ich kaufe mein Brot bei einem Bio-Laden, bei dem ich auch weiss woher das Brot kommt und was drin steckt im Brot. Meinen Käse kaufe ich auch im Bio-Laden, sowie fast meine ganzen anderen Lebensmittel auch.
Jedoch würde ich lieber meine Lebensmittel im auf dem örtlichen Markt kaufen, nur die Umstellung dazu das ganze dort zu kaufen fällt mir noch etwas schwer. Denn man ist es gewohnt als Konsument als vor die Nase gesetzt zu bekommen ohne sich groß bemühen zu müssen.
Bei Kleidung steige ich demnächst auch noch um und zwar von Baumwolle/Wolle auf Hanf, das tut der Umwelt auch gut.
“Nicht publik gemacht”
Jetzt siehst Du mich überrascht. Ich habe vor ein paar Tagen davon gehört, wollte darüber auch zuerst was schreiben.
Aber dann habe ich die Story den ganzen Tag im Radio auf 1Live gehört – und beim surfen abends habe ich es von BILD über welt.de bis SPON überall gefunden – da dachte ich, die Story ist einmal um den Erdball und zurück… und habe geschwiegen ;-)
Gerade bei Lebensmitteln landet das Zeug ja nicht in irgendeiner Tonne sondern in einer wie ich auch immer gearteten Verwertung.
Gut, dass H&M Kleidung durch den Reißwolf laufen lässt, die sie zuvor wahrscheinlich einmal um den Globus transportiert, haben ist natürlich kurios. Das muss sich ja noch irgendwie rechnen, sonst würden sie es doch nicht tun? Vielleicht kriegen die für ihre Stofffestzen auch Geld vom Verwerter?
H&M werd ich aber nicht boykottieren, ich bin eh äußerst selten Kunde in dem Laden.
[...] bei SPON. Eigentlich wollte ich dazu gar nichts schreiben, aber nachdem Nadine eben gesagt hat… Die Frage ist an der Stelle nur, wieso sowas nicht publik gemacht wird? Oder habt ihr was [...]
Die EU vernichtet auch Lebensmittel en masse (oder hat es früher zumindest einmal gemacht), um die Preise stabil zu halten. Das nennt man Marktwirtschaft. Ethisch vllt. nicht korrekt, aber wohl oft das Mittel der Wahl.
Vielleicht hilft es nicht direkt, wenn einer von uns diese Schweinereien boykottiert. Aber du tust damit, was du tun kannst und wenn viele von uns das tun, dann bewirkt es auch eher etwas. Verstehst Du, was ich meine?
Ich boykottiere übrigens Privatfernsehen
“Gerade bei Lebensmitteln landet das Zeug ja nicht in irgendeiner Tonne sondern in einer wie ich auch immer gearteten Verwertung.”
Muss ich nicht verstehen oder? Muss ich?
Ne, musste nicht, aber es herrscht irgendwie immer das Bild vor, dass das Zeug eben auf dem Müllhaufen landet dem ist ja in vielen Fällen nicht so…
Also, ich finde diesen ganzen Biohype ja etwas übertieben. Klar ist es wichtig, bewusst einzukaufen, aber dazu muss es nicht immer Bio und 3x so teuer sein. Sowieso ist nicht immer Bio drin, wenn Bio drauf steht.
Was Klopapier betrifft: Zu jedem Altpapier muss auch immer ein bestimmter Anteil neuer Fasern hinzugegeben werden, also müssen trotzdem weiterhin Bäume gefällt werden. Dass diese allerdings direkt aus dem Regenwald kommen, bezweifel ich in den meisten Fällen.
H&M boykottier ich sowieso schon eine Weile, aber nicht deswegen, sondern weil mich Qualität und Materialien nicht überzeugen und nicht das gleiche anhaben möchte wie drei Mädels neben mir.
Jeder kann nur soviel tun, wie sein Horizont es zulässt. Es kann schließlich niemand alles wissen. Trotzdem denke ich, etwas zu tun, auch im Kleinen, hilft.
Ich zum Beispiel kaufe nicht bei LIDL, weil ich es beschämend finde, wie man dort mit Mitarbeitern umgeht. Gleichzeitig weiß ich entfernt, dass man Produkte von Müller (Vorwurf des Rechtsradikalismus) und Nestlé (Vorwürfe irgendwelcher Art) “meiden soll”, ich selbst tue es aber nicht. Es hat eben jeder seine eigene Baustelle.
Trotzdem denke ich, auch wenn jeder von uns nur einen Tropfen beitragen kann: Aus manchen Tropfen wird ein nur Regenschauer, aber es hat auch schon Tsunamis gegeben!
http://www.basicthinking.de/blog/2010/01/10/basic-flashback-man-kann-albtraeume-auch-verschlafen-liebe-unternehmen/
Ich glaube diese Welle bricht, zumindest in Deutschland, gerade erst los.
Mir geht es ähnlich wie Dir: ich würde gerne mehr tun, weiss manchmal aber nicht so recht, welcher Weg der richtige ist. Mir geht es mit dem Klima-/Umweltschutz so. Wir sind auf Energiesparlampen umgestiegen, benutzen nur noch “Bio” Produkte zum Saubermachen, fahren weniger Auto, heizen bewusster etc. Aber hilfts, wenn wir das alleine machen? Aussagen von Freunden wie “nur die Industrie kann was gegen den Klimawandel tun, wenn der Normalbürger was tut, bringt das doch eh nix” zeigen mir, dass viele Leute entweder nicht informiert sind (von wegen publik machen und so) oder einfach zu bequem sind. Da kommt mir die Galle hoch, wirklich…
@zoellner.tk: Nicht mal die Mitarbeiter bekommen da was bei Mcdoof und co… Aber naja, ob solch “Essen” obdachlosen auf Dauer gut tut, wage ich doch zu bezweifen.
@LexX Noel: Eben. Wir sind als Konsument doch sehr bequem. Gestern erst mit nem Kumpel geredet, der die Idee auch gut fand mit dem Recyclingklopapier. Aber dann auch meinte, wenn es das im Laden neben an net gibt, kauft er wohl auch keins.
@Marc: Ich habs wirklich nur in einem Blog gelesen und ddas wirklich nur durch Zufall!
@Xooyoo: Mein ich ja. Manche Läden geben die Reste danach an tafeln weiter. Aber auch nicht alle…
@torschtl: Ich hätte jetzt wirklich nichts gegen günstigere Lebensmittel auszusetzen. Und nur Essen zu vernichten, damit der Preis gleich bleibt und andere hungern find ich persönlich ziemlich assi.
@Huge: Ja, wenn viele es tun, bewirkt es was. Das ist mir auch klar, aber dafür müssten eben erstmal viele was tun.
@Windmeer: Öhm ja wenn nur wenig neue Fasern hinzukommen ist das doch besser als alles aus komplett neune Fasern zu machen.
@Klara Himmel: Als Heilbronner fühle ich mich irgendwie verpflichtet bei Lidl einzukaufen.
@Seelendieb: Ich halte es auch für ein Gerücht, dass nur Industrien was tun können. Ist ja wie bei vielen anderen Dingen auch, wo wir selbst uns am meisten helfen können.
Oh man, die Jungs und Mädels in Haiti hätten die Klamotten jetzt bestimmt gut gebrauchen können….. Winterkollektion hin oder her…. aber es gibt echt so viele Möglichkeiten das Zeugs anderweitig zu “verwerten”
Ich bin bestimmt auch nicht das größte Vorbild was das Einkaufen betrifft, gehe auch zu Lidl und Co und freue mich wie jeder über die eine oder andere Preissenkung, egal in welchem Bereich. Meine Erdbeeren hingegen kaufe ich immer ganz frisch bei unserem Bauern auf’m Hof, obwohl ich die auch ratzen könnte, da das feld direkt vor meiner Tür ist und es keiner mitkriegen würde. Meine alten Klamotten geb ich immer brav in die Altkleidersammlung, irgendwer wird sich bestimmt drüber freuen und wenn meine Kids aus den Babyklamotten rausgewachsen sind, dann verkaufe ich die Sachen nicht für n Appel und n Ei auf Ebay, sondern spende sie an die Kinderklinik und die größeren Sachen an Kinderheime.
Hey, musste gerade wieder an diesen Beitrag von dir denken. Zum einen, weil du mich damals tatsächlich zum Recycling.Papier-Tolietten-Papier-Käufer gemacht hast und zum anderen, weil wir in unserem Semesterprojekt gerade über genau solche Themen bloggen: http://blogs.taz.de/neuewelt/
Hast du da (aktuell) eigentlich noch oder wieder was. Suchen nämlich gerne den Dialog zur Blogosphäre wie man so hässlich sagt.
@Andreas: Also ganz groß ist ja vor allem die Debatte um Palmöl aus dem Regenwald. Da gabs oder gibts ja diese große Kampagne von Greenpeace gegen kitekat.
Sonst fällt mir da grad auch nichts ein ehrlich gesagt.
Tierversuche fällt ja nicht in euren Berich oder?