Nicht lustig, sondern peinlich!

5. Mai 2010 in Netzwelt

In meinen Augen gibt es nichts schlimmeres, als sich gegen den Fortschritt zu wehren. Klar ist es heutzutage schwer bei allem und jedem mitzukommen, aber ich finde, dass man das wenigstens versuchen sollte.

Ich finde es gibt nichts peinlicheres als sich beispielsweise so zu outen: “Ich kann am PC genau zwei Sachen, ihn an- und ausschalten hahahaa.” Ich sage euch nicht wer das gesagt hat, ich sage euch nur, dass das während einer Schulung gesagt wurde. Und genau in diesem Moment ist der Redner für mich so klein geworden, ich habe jeglichen Respekt für ihn verloren, dass ich mir nur noch dachte: “Vielleicht hast du bis heute irgendwas erreicht in deinem Leben, aber mit der Ansicht ist es bald vorbei.”

Heute gibts nun so etwas ähnliches… Lest euch mal durch was der Chef von Trigema für Äußerungen raus gehauen hat.

Unvorstellbar eigentlich sich so gegen den Fortschritt zu wehren. Wie gut, dass der Chef doch nicht alles bestimmt und die bestimmt eine Marketing Abteilung haben, die nicht so denkt.
Kann man so überhaupt seinen Job nachgehen? Er hat jetzt Glück, dass seine Sekretärin das macht, aber was ist, wenn sie krank wird?

Was sonst noch? Sowas finde ich peinlich. Da gibts dieses bestimmte Wort, dass so gut passt: Fremdschämung. Und genau das mache ich jetzt für ihn.

Auch schön provokativ finde ich den Blogeintrag von Michael Jäger zu diesem Thema. Oder auch vom Uwe.







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20 Kommentare zu “Nicht lustig, sondern peinlich!”

  1. Kommentar von Uwe am 5. Mai 2010

    Gut, für Leute in “unserem Alter” mag das sicherlich sehr stark zutreffen aber wenn meine Großeltern sagen, dass sie das nicht mehr lernen werden und auch nicht brauchen.. dann haben Sie damit Recht, wenn sie das so wollen und ja, es lebt sich auch ohne DSL, Telefonflat und Flachbildschirmen und tragbaren Telefonen sehr gut

    Bei deinem Erlebnis: naja.. mal abwarten wie lange diese Barrikade aufrecht stehen bleibt

  2. Kommentar von Sonja am 5. Mai 2010

    Ich find´s auch echt grausam. Was macht er denn, wenn er sich auf seine Sekretärin plötzlich nicht mehr verlassen kann? Vl ist sie plötzlich krank oder so. Dann muss doch erst wieder jemand für sie eingearbeitet sein und der Prozess verläuft nie reibungslos.
    Ich glaube, dass man als Chef auch wirklich selbstständig sein muss und das geht heute nicht mehr ohne eigene Email-Adresse, geschweige denn ohne die Bedienung eines PCs.
    Ich finde es ja bei meinen Eltern schon immer so schlimm, dass sie nicht mit dem Internet klarkommen. Das ist heutzutage einfach ein No Go und vor allem nachteilig in jeder Hinsicht.

  3. Kommentar von Miracleworld am 5. Mai 2010

    also in einigen Punkten gebe ich dem Herren Recht. Vor allem im 1. (also von wegen Anonymität, keine Bücher lesen) …man darf dann aber natürlich nie die Vorteile, die das Internet gleichzeitig mit sich bringt, vergessen.

    Mit der letzten Frage schießt er aber den Vogel ab (im wahrsten Sinne des Wortes )… Oh man. Dem muss mal einer erklären für was Twitter so gut ist…

    Und wie man heute noch ohne E-Mail-Adresse auskommt, krass Dem sollte man nen Preis verleihen.

  4. Kommentar von Sascha am 5. Mai 2010

    Seiner Argumentation folgen kann ich natürlich auch nicht. Gerade kleinere Betriebe können -wenn sie es richtig machen- über das Internet ja einen viel höheren Kundenkreis aufbauen, als ihnen das mit einem reinen “Vor-Ort-Geschäft” möglich wäre, wo die großen Konzerne den Markt sowieso unter sich aufteilen.

    Dass es einem das Internet leichter macht, sich die günstigsten Angebote zu besorgen, stimmt teilweise… kommt immer auf die Qualität der Seiten an, derer man sich da bedient. Andererseits sehe ich da keinen großen Unterschied zum Non-Internet-Markt, wo man ja im Vorhinein auch gerne erst mal Prospekte wälzt und Preise vergleicht.

    Zu seiner Meinung zu Twitter kann ich herzlich wenig sagen, da ja keine Argumente genannt werden, die seine Meinung begründen würden.

    ABER: was man dem Mann -auch wenn man anderer Meinung ist- ja immerhin zugestehen muss, ist, dass er nen Arsch in der Hose hat. Denn das seine Meinung in der Hinsicht heutzutage eher unpopulär sein dürfte, ist ihm sicherlich auch bekannt gewesen… trotzdem verbiegt er sich nicht oder schmiert den Leuten Honig ums Maul, sondern steht zu seiner -in meinen Augen falschen- Meinung.

    Die Frage ist jetzt eigentlich eher, ob seine Meinung für ihn in Stein gemeisselt ist, oder ob er sich rein theoretisch in einem persönlichen -und sachlichen- Gespräch im Rahmen einer Diskussion vom Gegenteil überzeugen ließe bzw. ob er dann Argumente liefern könnte, um seine aufgestellten Thesen (mehr ist das ja wohl kaum) zu untermauern oder wenigstens zu begründen.

    In dem Fall wäre er mir lieber, als die Horde von rückgratlosen Schwätzern, die ihr Fähnlein immer nur in den Wind hängen und sich der populären Meinung anschließen, um ja nirgendwo anzuecken… von den Leuten haben wir nämlich leider auch viel zu viele.

  5. Kommentar von Katja am 5. Mai 2010

    Also mein Papa, der tippt seine Schreiben heute noch mit der Schreibmaschine. Aber deswegen ist er doch nicht gleich peinlich!?
    Ich finde deine Meinung etwas krass, da du unsere Generation, die mit der Technik förmlich aufgewachsen ist, nicht mit früheren Generationen vergleichen kannst.

    Klar ist die Technik ein riesiger Fortschritt, blabla, aber damals ging es auch ohne. Und wenn man diesen Fortschritt in seinem Leben nicht vermisst, warum zwanghaft dran festklammern?

  6. Kommentar von Nadine am 5. Mai 2010

    @Uwe: Bei Großeltern sage ich acuh gar nichts. Aber wenn man im Geschäftsleben ist und ein Unternehmen führt, kann man in meinen Augen diese Wendung nicht ignorieren.

    @Sonja: Wenn man das nicht im Beruf braucht, dann finde ich es okay, wenn man damit nich 100%ig klar kommt. Aber ich finds eben krass, in dieser Position das zu sagen.

    @Miracleworld: Das Internet besteht aus lesen und sich informieren. Wer sagt denn dass man unbedingt ein Buch lesen muss, damit man lesen lernt oder übt. Die Jugend heute liest mit dem Internet um einiges mehr als früher.

    @Sascha: Aber die Leute die das sagen, die sind doch dann wenigstens ruhig und nerven nicht.

    @Katja: Deswegen spricht man heutzutage von lebenlangen lernen. Ich steige jetzt auch nicht von heute auf morgen, nur weil es das jetzt gibt auf touch-notebooks um. Aber wenn die Zeit gekommen ist, dann gehört das für mich dazu.

    Ich sag ja nicht dass dein Vater peinlich ist. Ich sage dass dieser Mann, der solche Parolen in seiner Position raus hat peinlich ist. Weil die denken dann sie seien die besten und coolsten und wtf denken sie können sich alles erlauben. Dabei ist das unfair gegenüber Leuten, die wirklich für die Position geeignet wären. Und solche Leute wollen einem dann was erzählen? Nein danke, dann lieber von jemandem, der Ahnung hat.

  7. Kommentar von Sonja am 5. Mai 2010

    @Nadine: schon, aber ich finde selbst wenn man nicht in dem Beruf ist, sollte man keine Angst vor Fortschritt haben. Ich weiß dass z.B. meine Mama für ihr Geschäft einige Vorteile haben können, wenn sie z.B. übers Internet Werbung schalten würde oder so. Aber ich kann sie leider nicht dazu bewegen, sich damit vertraut zu machen.

  8. Kommentar von Uwe am 5. Mai 2010

    Nadine, klar kann er.. aber dann kann man sich gleich in die Reihe “Kleinunternehmer, Karstadt” stellen – habe auch mal meine Meinung dazu gebloggt
    Morgen wird er eh zurückrudern, die “Idioten” nicht so gemeint haben etc etc pp.. man ist doch nach dem Interview IMMER falsch verstanden worden.. irgendwie..

  9. Pingback von Sehr geehrter Herr Grupp – Uwe am 5. Mai 2010

    [...] http://www.konterfai.com/?p=3244 http://www.her-life.com/weblog/2010/05/nicht-lustig-sondern-peinlich/ [und es werden ganz bestimmt noch viele viele mehr..einfach mal die gängigen Dienste im Auge [...]

  10. Kommentar von karsten am 5. Mai 2010

    also ehrlich gesagt finde ich beide aeusserungen ueberzogen, nadine…die des herrn grupp und auch deine.

    ich selber bin jemand, der beide seiten kennt – ich bin ohne internet aufgewachsen, meinen ersten computer bekam ich vor 27 jahren, internet habe ich seit 1995. ich kenne noch das leben ohne das internet und muss herrn grupp in einigen dingen recht geben: die gesellschaft hat viel verloren. dass er sich allerdings so sehr dagegen sperrt, ist auch nicht richtig und die aeusserung zu twitter ist dannd och etwas ZU ueberspitzt, auch wenn ich selber nicht viel davon halte.

    warum aber sollte man eine eigene mailadresse haben? warum muss man ein handy haben? heute wird gerade so getan, als waeren das lebensnotwendige dinge – sind sie aber nicht. ich bin froh, wenn ich mein handy an die seite legen und abschalten kann, ich freue mich tierisch ueber einen brief. vor 20 jahren sind wir ohne diese dinge wunderbar klargekommen, hatten ein schoenes leben, es war ruhiger.

    man muss es ganz deutlich sehen: er hat recht damit, wenn er sagt, dass heute die menschen viel zu oft nur vor dem rechner sitzen. ich zaehle mich auch dazu und manchmal denke ich darueber nach, das ding aus dem fenster zu werfen. heute heisst fuer mich “back to the roots” nicht mehr, dass ich ne frau an den haaren in eine hoehle schleife, sondern dass ich mit freunden am rhein sitze, was trinke, mich unterhalte, ohne die finger dabei zu bewegen, dass ich einfach mal wieder mehr persoenlichkeit in mein leben bringe. ich habe das in den letzten wochen immer oefters sehr genossen.

    so ganz verteufeln kann und will ich es dennoch nciht, denn ich ahbe durchaus auch postive dinge aus dem internet gezogen. nicht alles ist schlecht, aber dieser fortschritt hat auch sehr viele negative seiten.

  11. Kommentar von Michi am 5. Mai 2010

    So Lehrer gab es bei uns auch… gibt es jetzt auch noch in der Berufsschule. Denen muss man immer den Beamer einschalten, ist anscheinend sehr schwer…

  12. Kommentar von Nadine am 5. Mai 2010

    @Sonja: Das ist die Angst dieser Generation sich damit auseinanderzusetzen. vielleicht solltest du ihr mal anbieten, dass ihr dsa gemeinsam macht. und du ihr hilfst. vielleicht kannst du dir ja irgendwas überlegen was für sie als einstieg nehmen könnte und dann soll sies selbst ausprobieren.

    @Uwe: Klar, das mit den Idioten wird ihm leid tun.

    @karsten: Die Gesellschaft hat aber viel gewonnen! Das Leben ändert sich nun mal, die Gesellschaft ändert sich. Kompetenzen ändern sich! Die Jugendlichen verändern sich durch das Web 2.0. Wir verändern uns durch das Web 2.0 und die Gesellschaft auch. Und darauf muss man reagiern. Darauf muss die Schule reagieren, die Werbung und so weiter! Und auch der o.g. Herr reagiert darauf und sein Unternehmen! Sein Unternehemn is bei Facebook und twitter. Wenn er sowas raus haut beleidigt er sein eigenes Unternehmen!

    Ich weiß, dass es ein Leben ohne Internet gibt. ich hab Internet übrigens erst seit 2005!! Demnach auch 10 Jahre kürzer als du. Natürlich bin ich auch jünger und eher damit aufgewachsen.

    Aber wenn es etwas neues nun mal gibt und es so wichtig geworden ist, dann kann man sich nicht so dagegen sperren!

    @Michi: das ist weil sie sich nicht trauen. Da muss man schulen, fortbilden. Die müssen das lernen oder wie können sie kompetente Ansprechpartner für die sein, die sie unterrichten sollen…

  13. Kommentar von PC-Ente am 6. Mai 2010

    Von mir erhält jeder Mensch einen gewissen Respekt, egal ob er einen PC bedienen kann oder nicht. Aber dieser Chef von Trigema gehört für mich ins Harz4-Segment, nicht auf den Chefsessel. In der Suppenküchenwelt würde sich wohl niemand wirklich über eine derartige Rückständigkeit wundern, aber so ein Charakter hat für mich nichts im Erwerbsleben zu suchen.

  14. Kommentar von PinkPüppi am 6. Mai 2010

    Nuja…dennoch gehört Herr Grupp zu einem der besten Arbeitgeber in Deutschland. Für ihn sind solche Dinge um die es in diesem Interview geht nicht wichtig und darauf baut er seine Firma auch nicht auf. Dieses Interview ist ein Auszug dessen was er denkt, sagt und ist….und in Anbetracht dessen was er mit seiner Firma für diese Region seit Jahren tut und trotz Krisen seine Firma weiterhin stabil hält lässt solche Fragen in meinen Augen einfach nur kindisch wirken
    Es ist numal so das die Menschen unterschiedlichen Wert auf Dinge legen. Und um ehrlich zu sein, ist es gut das es auch Menschen gibt die “unsere” Welt noch mit Abstand betrachten können.
    Nichts desto trotz gehört in meinen Augen Respekt für anderen und andersartigem ganz oben angestellt. Dies zeigt weder Herr Grupp…noch du für mich in deinem Beitrag

  15. Kommentar von Nadine am 6. Mai 2010

    1. Trigema selbts ist bei Twitter, Facebook und youtube. Wieso beleidigt der Mann sein eigenes Unternehmen als Idioten?

    2. Ansgt vor Neuerungen gab es schon immer. Bei Büchern: Oh schlimm, die Leute werden sich nichts mehr merken können.
    Fernsehen: Oh Schlimm, die Leute werden nicht mehr lesen.
    Internet: Oh Schlimm, die Leute verdummen und vereinsamen.

    Immer das gleiche.

    3. Wieso gegen was wehren was präsentent ist. In jedem deutschen Haushalt, in dem ein Jugendlicher lebt gibt es Intert. (Vgl. Jim Studie 2009). Also muss man damit doch umgehen lernen, statt sich dagegen zu wehren.

    4. Wenn jemand heutzutage sagt, er mag telefone nicht, weil man sich nicht mehr face-to-face Unterhält, wird er doch auch ausgelacht.

    und so könnte ich gerade wegs weiter machen, wenn ich nicht besseres zu tun hätte. Als mich über diesen Mann und teilweise die Ansichten, derer, die jetzt denken, man muss ihn in Schutz nehme, aufzuregen.

  16. Kommentar von Uwe am 6. Mai 2010

    Und hiiiiier kommt die Stellungnahme, online, auf FB, beschwichtigend

    http://www.facebook.com/notes/trigema/offener-brief-an-die-social-media-gemeinde/118655511497820

  17. Kommentar von Nadine am 6. Mai 2010

    Am besten finde ich folgenden Satz:
    “Falls sich dadurch Personen beleidigt fühlten, möchte ich mich dafür entschuldigen”

    Hallo? Der nannte mich einen Idiot…

  18. Kommentar von Uwe am 6. Mai 2010

    Die Zeit zurückdrehen kann er auch nicht, also kann er sich nur entschuldigen, sei doch so großherzig und verzeihe ihm

  19. Kommentar von Nadine am 6. Mai 2010

    @Uwe: Wenn er die Zeit zurück drehen könnte, dürfte er mich sogar als Idiot beschimpfen. Das is dann nämlich cool.

    Nen, cih finde nun er hätte das deutlicher formulieren müssen, anstatt das so hinzustellen als könnte man das so empfinden…

  20. Kommentar von Sleepthief am 7. Mai 2010

    Jeder soll seine eigene Meinung haben. Wenn Twitter oder ähnliches nichts für ihn ist, dass ist das vollkommen in Ordnung. Und wenn er solche Dienste als Schwachsinn ansieht, dann ist das auch okay!
    Dann aber in diesem Zuge die als “Idioten” zu bezeichnen, die solche Web-Aktivitäten mögen – das ist das schon wirklich ein hartes Stück! Bin da ein wenig schockiert darüber!

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