Für alle die, dies interessiert ein paar Infos zu meinem Master-Studium, die Besonderheit mit den Blockwochen und alles über die verflixten ECTS.
Ich studiere nun also im Master-Studiengang Soziale Arbeit. Das heißt, wenn ich damit fertig bin trage ich den wunderschönen Titel Master of arts. Bis aber soweit ist liegen noch drei Semester Studium vor mir und das erarbeiten von 120 ECTS.
Seit es das Bachelor/Master System gibt, wird ja alles in ECTS umgerechnet. Das bedeutet wenn ich ein Modul besuche und mit einer Prüfung abschließe erhalte ich dafür eine bestimmte Anzahl an ECTS. Diese Punkte besagen dann einfach ich habe bestanden und die vorgesehene Zeit in das Modul investiert.
Eigentlich sind die ECTS, zumindest in meinen Augen, für uns Studenten nicht wichtig. Man bekommt sie so oder so, wenn man bestanden hat, ob man dafür nun viel getan hat oder nicht.
Das Problem hat man nur wenn man zu wenig ECTS hat, so wie ich zum Beispiel.
Aber ich hoffe das klärt sich bald…
Zeit ist auch gerade das richtige Stichwort. Ich habe jetzt nämlich keine normalen Vorlesungszeiten mehr, sondern Blockwochen. Das heißt, wenn solch eine Woche ist, dann sitze ich fünf bis sechs Tage die Woche von morgens 9 Uhr bis abends 19 Uhr in der Hochschule und lerne. Das sind also mindestens 50 Stunden, die ich non stop an der Uni bin.
Ingesamt is das Studium auf 500 Stunden Präsenzzeit (Zeit an der Uni) ausgelegt. Hinzukommen noch 2200 Stunden Selbststudium. Pro Modul sind das also nochmal zusätzlich 220 Stunden, die ich daheim dafür aufbringen sollte. Dazu gehört dann die Zeit mich auf das Modul vorzubereiten, das Modul nachzubereiten und das Lernen auf die Prüfung oder das Schreiben der Hausarbeit. Damit das auch alles gut klappt, habe ich zwischen den verschiedenen Blockwochen immer vier-fünf Wochen Zeit für diese Aufgaben.
Theoretisch klingt das ja erstmal ganz gut: Nur eine Woche Studium im Monat. Kann was für die Uni tun wann und wo ich will. Wenn ich keinen Bock habe mache ich nur das nötigste,…
Für mich sieht die Realität aber ein wenig anders aus… was aber auch mit dem ersten Modul zusammen hängen kann, das war nämlich “Theorien der sozialen Arbeit”. Und Theorien sind nun mal sehr theoretisch, was es schwierig zu verstehen macht. Sowohl bei der Vorbereitung aufs Modul, als auch jetzt bei der Nachbereitung. Wenn man vorher was nicht versteht kann man ja während dem Modul fragen, versteht man danach etwas nicht steht man dumm dar. Klar, man kann seine Komilitonen anschreiben oder auch ein Treffen mit der Dozentin arrangieren. Aber es ist einfach was anderes, wenn man jede Woche etwas fragen kann oder in einer Woche komplett alles verstehen sollte.
Außerdem kommen die Infos in solch einer Woche sehr geballt! Während man morgens und kurz nach der Mittagspause noch gut mitdenken kann, wird es ab 17 Uhr einfach schwieriger zu denken und dem Dozenten in seinen Gedankengängen zu folgen.
Das wichtigste was man außerhalb der Voresungen braucht ist Disziplin. Denn eigentlich habe ich nicht vor mir ein faules und einfaches Leben zu machen, sondern will richtig rein haun und etwas lernen! Das wird natürlich genau dann schwer durchzuhalten, wenn der Lernstoff zu viel und zu schwierig wird. Aber im Moment bin ich noch motiviert und morgen gehts in die Bib um neue Bücher zu holen!
Demnach bin ich mir noch nicht so ganz sicher was ich jetzt von dieser Art zu studieren halten soll. Aber ich denke es wäre auch verfrüht sich nach einem Modul schon für die eine oder andere Seite zu entscheiden. Ich mache also weiter und werde fleißig Zeit in mein Selbststudium investieren!



Ich wusste gar nicht, dass es solche “Teilpräsenzstudiengänge” gibt – ich dachte, das wäre nur an Fernhochschulen so. Für mich wäre das wohl nichts, denn im Studium schätze ich gerade den regelmäßigen Austausch mit Kommilitonen und Lehrbeauftragten. Zuhause wochenlang alleine an dem Kram zu sitzen nervt mich schon in der vorlesungsfreien Zeit genug, da bin ich immer froh, wenn das Semester wieder anfängt und man unter Leute kommt.
Jeder lernt aber anders und wenn du so gut zurecht kommst, kann das für dich ja auch einen riesen Vorteil bieten. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und Spaß dabei.