Am Samstag habe ich endlich die Klausur geschrieben, für die ich so viel und so lange gelernt habe. Ingesamt bestand die Klausur aus drei Teil-Vorlesungen für die wir jeweils eine Stunde Zeit hatten.
Die ersten zwei Teile waren völlig in Ordnung, wenn man das Gesamtbild betrachtet. Aber jetzt hört euch das zum dritten Teil an:
Ich habe wirklich als Vorbereitung 13 voll geschriebene DinA4 Seiten auswendig (!) gelernt! Jeder um mich rum war genervt, weil ich so genervt davon war. Aber es ging nicht anders. Der Dozent hat das genauso kommuniziert.
Und was wurde dann im Endeffekt abgefragt? 11 (in Worten: elf) Begriffe. Wirklich! Ich hätte elf Begriffe auswendig wissen müssen! ELF. Aaaaalter!
Natürlich musste man jeweils zu den Begriffen nochmal was schreiben, aber das war Wissen aus der Praxis, was man halt im Kopf hatte. Also kein Stress. 11 Begriffe… und ich hab 13 Seiten gelernt.
Zwei Wochen meines Lebens, die ich nie wieder bekomme. Argh…



13 Seiten sind doch echt noch human. Ich erinnere mich an eine meiner wenigen Lernvorlesungen wo es insgesamt 400 Powerpointfolien voller Defintionen und Aufzählungen zum auswendig lernen gab. In der Klausur wurden dann genau 6 abgefragt, die man dann Wort für Wort kennen musste.
@Flash: Ich hab halt alles ausm Unterricht gut und kompakt zusammen gefasst gehabt.
sorry, aber das hab ich im zweiten semester spätestens begriffen. wer an der uni auswendig lernt, macht etwas grundlegend falsch. ich hab auch ein paar in meinem studiengang, die wochenlang in sich reinfressen. ich les mir das zeug 7 tage vorher 3-5 mal durch und habe im schnitt die besseren noten…
@torschtl: Kommt drauf an was man studiert. Ich hab nen Einser-Abschluss mit Auswendiglernen. Es ging auch teilweise einfach nciht anders.
Problem is nur, dass es halt auswendig lernen wirklich Kindergarten ist und die Profs eigentlcih spätestens im Master wissen sollten, dass uns nur auswendig lernen nichts bringt.
Ich stimme Nadine zu: Es kommt sehr auf den Studiengang an und natürlich auf den Studenten an sich. Die einen Studenten müssen sicher durch viel viel Lernerei alles erarbeiten, anderen wiederum fliegt das Ganze schon eher zu und sie müssen es sich dann nur 3-5 Mal durchlesen. Unfair ist es dann aber, wenn die 3-5 Mal-Leser behaupten, dass die Lernerei übertrieben ist.
Ich denke auch, dass es vom Studiengang, von der Vorlesung und vom Dozenten abhängt, wie man sich am besten auf Klausuren vorbereitet. Ich bin auch gar kein Auswendiglerntyp und mach das extrem selten, aber es gibt bestimmte Vorlesungen, da wird es so verlangt. Gerade wenn’s um ganz spezielle Begriffe geht, kommt man nicht dran vorbei (Bsp aus Biochemie: Welche Faktoren sind bei der Transkriptionsinitiation vorhanden?). Und natürlich hängt’s auch vom Studenten selber ab. Ich denke, solange es funktioniert, ist es auch gut
Liebe Grüße,
Sabine
Tja das ist oft so. Was brauch den heute noch aus der Ausbilund. Ich hab 3 Jahre gelernt und was brauch ich so gut wie Nichts, weil im Beruf dann doch alles anders läuft. Thats Life…
@Sonja: Wenn des aber so des ganze Studium lang geht damit man sehr viel lernen muss hat man sich irgendwie das falsche ausgesucht finde ich… meine Ausbildung war mein Wunschberuf und für mich war vieles selbsterklärend.
@Symm: ALLES!!! ich habe das tolle vergnügen mit einem ungelernten amatuer in einer schicht zu schaffen und darf jedesmal die scheiße ausbaden die der verzapft weil einfach grundlegende dinge fehlen und so nur dreck und gefusche bei raus kommt!
Wenn ich dein Arbeitgeber wäre und du bei mir so eine aussage machen würdest hättest du im selben Moment deine Kündigung … warum sollte ich nen teuren Facharbeiter beschäftigen wenn´s n fauler ungelernter sack genauso gut macht weil ja eh alles anderst ist!
Sry aber deine aussage ist einfach nur schwachsinnig und völlig bescheuert und dass auch noch zu Zeiten von Leiharbeit und co!
@Nadine: warum hab ich nicht die rechte meinen eigen kommentar zu editieren??
@Paddy: lol Padi. Du hast auch gelernt. Du lernst grad doch auch. Also wo is das Problem?
Ich find auswendig lernen auch net prickelnd und dovn lernt man nichts. Leider raffen das manche Leute/Profs/Lehrer einfach nicht. Warum auch immer… die waren ja eigentlich auch mal jung und im Studium.
Da muss ich dir Wiedersprechen. Vom Theoriewissen brauch ich von meiner Ausbildung so gut wie nichts. 2 Jahre meiner Ausbildung bestanden aus Chemischen Reaktionsformeln. Meine letzte Reaktionsformel habe ich vor ca. 8 Jahren erstellt.
Mein Ganzes Wissen über meinen Job habe ich mir in meinen 10 Jahres Berufserfahrung angeeignet. Über Weiterbildungen und Seminare. Klar Grundwissen ist durch die Ausbildung vorhanden. Aber wirklich brauchen tue ich es nicht. Und ich bin gut in meinem Job. Hab eine Anspruchsvolle Anstellung und komm trotzdem Prima klar. Nur eine Berufsausbildung bringt mir in meinem Beruf einfach nichts. Mein Job besteht aus langejahrer Erfahrung und nicht aus Theorie in der Schule.
Wenn du einen Vollpfosten als Kollegen hast, das ist dann wohl eher Pech.
Ich hab jetzt 10 Jahre Berufserfahrung + 4 Jahre Ausbildung. Ich denke ich kann mir da eine Meinung bilden
Ach ja und Leiharbeit hat nichts mit Ungelernt/Gelernt zu tun, ich hab auch mal 1,5Jahre Leiharbeit gemacht. Ich habe z.B. auf der gleichen Stelle meine Arbeit mit 8 jahre Erfahrung viel besser hinbekommen. Als meine Nachfolgerin die Frisch aus der Lehre war und eigentlich ja alles von da noch können muss.
Und nichts gegen Dich. Aber 98% Aller Studenten haben Null Ahnung was im Alltagsgeschäft abgeht. Dafür hab ich schon zu viele Chefs gesehen die in Praxis Gnadenlos untergegangen sind.
Sry fur den Doppelkommentar.
Wollte aber noch merken, das ich da nur von MIR rede. Nicht von allen Berufen. Selbst mein Beruf ist so vielschichtig, hät ich eine andere Spezialisierung würde das vielleicht anders aussehen. Aber mein Analytisches Spezialgebiet ist nun mal kein Inhalt der Traditionellen Ausbildung.
@Nadine: … ich hab angefangen wieder zulernen und mich für einen anderen Beruf weiterzubilden. Meine Ausbildung ist vorbei und beendet und hat garantiert sowas von gar nix mit meinem Techniker zutun.@Symm: ich würde 100% oder ALLE sagen!
. Es mag sein damit du in deiner jetztigen Stelle dieses Wissen nicht mehr brauchst aber so wie sich dass jetzt für mich anhört bist du auch nicht mehr in der gleichen Stelle wie deine Ausbildung war? Dadurch sieht die Sache auch wieder ganz anderst aus. Ich glaub auch damit man gewisse dinge einfach unbewusst aus der lehre übernimmt… sprich man achtet gar nicht mehr darauf wendet es aber trotzdem an.
Ok reine Theorie in der Ausbildung bringt gar nix … deswegen haben wir in D auch ein Duales Ausbildungssystem
ein beispiel mit studenten: angehender dpl ing der ein praktikum bei uns machte fragte mich warum ich des werkzeug an den kranen häng und wir des net kurz packen und vortragen –> weils 4,5T wiegt du depp!!
Wie gesagt ich habe ja die ganze Zeit auch nur von MIR gesprochen.
Mein Berufsbild ist einfach mal sehr viel schichtig. Es gibt 2 Gebiete. Die Analytik und das Präparative. Das Präparative macht ca. 80% aller Chemielaboranten-Stellen aus. Also wird da in der Ausbildung der Fokus drauf gelegt.
Auch wenn Nadine mich feuert und mich hasst. Ich sags nochmal. Von Meiner Ausbildung konnte ich in den letzten 10 Jahren vielleicht 10% der Theorie brauchen und 60% der Praxis. So ist es und so sag Ichs auch. Hab ja keinen Grund zu lügen.
ok dann versteh ich deine aussage. Da sind wir Metaller euch wohl vorraus
mittlerweile gibt es alleine 4 verschiedene Fachrichtungen von Werkzeugmechaniker was früher alles unter Werkzeugmacher gelaufen ist. Sprich eine Ausbildung wurde in 4 verschiedene Ausbildungen aufgeteilt! Die gehn dadurch natürlich tiefer in die jeweilige Materie ein aber auch die anderen Fachgebiete werden kurz angekratz in der Berufsschule.
Genau das wurde bei Chemielaborant auch gemacht. Aber wir waren Damals der letzte Jahrgang bei dem alles in eine Ausbilung gepresst wurde.
Heute ist das erste Jahr gleich und danach kann man sich je Nach Leistung und Interesse für ein Themengebiet entscheiden. Da sieht die Sache natürlich wieder anders aus.
@Paddy: seh ich etwas anders. wenn jeder, der sich sein Ziel durch hartes Lernen erkämpfen muss, von deiner Aussage entmudigen lassen würde, würde ja niemand mehr ans Ziel kommen. Die einen haben eben mehr Talent als die anderen, aber das bedeutet ja nicht, dass die anderen sich das gleiche Ziel nicht erkämpfen sollten und nur weil es ihnen nicht einfach so zufliegt gleich aufgeben sollten. Wo kämen wir denn dahin?
Ich finde man kann mit harter Arbeit ähnlich viel erreichen.
Hinterher ist man immer schlauer
die sollen kämpfen wie sie wollen mir egal! ich bin nur der meinung dass sich diese leute nochmal überlegen sollen ob sie das wirklich machen wollen. Stell dir mal vor du reist dir deinen arsch auf lernst wie blöd und stellst nach n paar jahrn fest der beruf liegt dir gar nicht und ist einfach nur scheiße! und bist dann wahrscheinlich schon ende 20 anfang 30 …. richtig scheiße wa?
Solche Diskussionen liebe ich ja, wo die Studenten mal wieder alle über einen Kamm gekehrt werden und dann noch als die dummen Trottel dastehen, die keine Ahnung von der Welt haben.
Es mag sicher stimmen, dass man mit einer Ausbildung schneller im Arbeitsleben drin steckt und dass ein Großteil der Unmengen an Theorie die sich Studenten versuchen einzuhämmern später völlig überflüssig sein wird. Aber es geht in einem klassischen Studium auch weniger darum, sich Inhalte bis zum Ende seines Lebens zu merken und verzweifelt eine Anwendungsmöglichkeit für eben jene zu finden, als viel mehr darum den Prozess des Lernens zu verstehen, hinter die Dinge zu sehen, sie zu durchschauen, zu optimieren, etc.
@Paddy: Auch wenn es vielleicht nicht für jeden nachvollziehbar ist, aber es soll tatsächlich Leute geben, die gerne Lernen, nicht um des Lernen Willens, aber vielleicht um sich Wissen anzueignen. Und dass dieser eine Student dir diese Frage gestellt hat, ist erstens nicht geeignet um darauf Rückschlüsse auf die gesamte Belegschaft der Universitäten zu schließen und zweitens, hast du bestimmt auch hin und wieder mal nen schlechten Tag, wo du bekloppte Fragen stellst, weil man’s einfach manchmal nicht peilt! Wer kennt solche Tage nicht?
Auch dass man als Student von irgendeiner xbeliebigen Uni in einem spezifischen Betrieb zunächst erstmal da steht wie ein begossener Pudel im Vergleich zu jemandem der jahrelang in genau dem Betrieb ausgebildet worden ist, ist ja wohl nachvollziehbar. Dafür hat der Student normalerweise von der Uni Wissen und Werkzeuge mitbekommen,um am Ende wesentlich flexibler zu sein und sich alle Positionen im Leben offenzuhalten.
Ich meine das in keinster Weise abwertend, aber es hat seine guten Gründe, warum Akademiker im Schnitt mehr verdienen und wesentlich weitläufigere Karrierechancen haben, als diejenigen mit einer Ausbildung.
Und das ist eine Tatsache! Die einzige Frage, die man sich jetzt stellen sollte hat nichts damit zu tun, ob Studenten eigentlich völlig doof sind, weil sie nur Theorie lernen und von der Praxis angeblich keine Ahnung haben, sondern man sollte sich selber fragen, welche Prioritäten man im Leben setzt und diese stellen sich Gott sei Dank für jeden anders dar. Nach diesen Prioritäten sollte man seinen eigenen Weg wählen und dabei nicht vergessen, dass andere es genauso machen und man sie dafür nicht verurteilen sollte.
So, das musste mal gesagt werden. Ich bin diese ewigen Vorurteile leid und mag es nicht engstirnig abgestempelt zu werden. Ich tue es anders herum schließlich auch nicht.
LG
Anne
PS.: Das Argument zum Thema Studienabbruch ist ja wohl völlig haltlos. Es gibt im Studium genügend Praktikamöglichkeiten, um sich im Berufsleben zu orientieren und schon im ersten Studienjahr zu sehen, was man da eigentlich studiert. Leute die, erst nach etlichen verschwendeten Jahren feststellen, dass ihnen das überhaupt nicht liegt und ihr Studium abbrechen, hätten ihre Ausbildung mit Sicherheit auch geschmissen. Lehre- und Ausbildungsabbrüche gibt’s auch zur Genüge, also vergessen wir das Argument mal lieber.
PPS: Nadine, ich kann dich völlig verstehen. Es gibt einfach Professoren, die sich Zeit sparen wollen und Klausuren schreiben, in denen sie nur nach Sachen fragen, die man auswendig lernen muss, denn diese sind am einfachsten zu korrigieren und sparen Zeit. Das hat nichts damit zu tun, ob Student in der Lage ist wichtiges vom unwichtigem zu trennen. Manchmal geht es nicht anders.