1. Mai – Heilbronn sagt nein!

1. Mai 2011 in Daily

Nachdem die verschiedensten Gerichte es nicht verhindern konnten, fand am heutigen ersten Mai in Heilbronn ein Aufmarsch von Neonazis statt. Da es die offiziellen Stellen nicht verhindert haben, wollten zumindest die Bürger und Stadt ein Zeichen setzen und organisierten einige Gegendemos. Auch ich habe die Kundgebung besucht, da es mir wichtig war, dass sich möglichst viele Leute beteiligen und Stellung gegen Rechtsextremismus beziehen. Wenn man vor Ort war hat man auch wirklich sehr viele Menschen mit aussagekräftigen T-Shirts, Bannern und Schildern gesehen.

Die offizielle Gegendemo verlief sehr friedlich und ohne große Vorkommnisse. Man fühlte sich wirklich sicher in der Stadt. Dies änderte sich als ich wieder zuhause war und die Ereignisse im Ticker der Heilbronner Stimme verfolgte. Dort ist von zahlreichen Festnahmen, der Brutalität gegen Polizisten usw. die Rede. Ich hatte beim Lesen eine Gänsehaut.

Ingesamt wurden die Neonazis von der Polizei stark abgeschirmt. Mir ist während der gesamten Zeit, die ich in der Innenstadt verbrachte kein einziger Nazi begegnet. Ich denke, dass das auch besser so war, da ich wirklich nicht wissen möchte, was passiert wäre, wenn sich die diversen Gruppierungen getroffen hätten.

Heute morgen habe ich dann auch ein wenig über meine Einschätzungen vor Ort getwittert. Allerdings, ich weiß nicht warum, hat mich fast jeder nur dumm angepöbelt. Nachdem ich den o.g. Ticker gelesen hatte, habe ich folgendes getwitter: “Ich glaube heute knallts noch. #heilbronn” Das war auch meine ehrliche Befürchtung, da ich von Seiten der Linken viel Aggressivität wahr genommen wurde. Zurück bekam ich dann sexuelle Anspielungen und Beleidigungen, dass ich dumm sei.

Als ich dann twitterte, dass ich hoffe, dass die Polizei weiterhin einen so guten Job macht, wurde ich wieder angepöbelt warum es ein guter Job sei wenn die Polizei Faschisten (O-Ton) schütze. Ich bin nun mal meistens ein friedliebiger Mensch und verstehe den Sinn von Massenprügelein nicht. Ich verstehe auch nicht, was es für einen Sinn macht nachher tausend Verletzte versorgen zu müssen. Dass die Nazis ihre Meinung nicht ändern wenn sie verprügelt werden ist irgendwie auch klar. Also bin ich froh, dass die Polizei einen guten Job macht und alle drei Demos voneinander fern hält. Ob es nun stimmt, dass die Polizei härter gegen die eine oder andere Gruppe vorgegangen ist mag ich nicht beurteilen.

Ich habe mein Zeichen heute gesetzt und ich hoffe, dass es die anderen Menschen auch tun. Und auch wenn einige nur dumm rumpöbeln, ich stehe zu meiner Meinung und Einschätzung. Ich bin froh, dass es nicht knallte und die Polizei sich durchsetzen konnte.

Was sagt ihr dazu?







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6 Kommentare zu “1. Mai – Heilbronn sagt nein!”

  1. Kommentar von Knut am 1. Mai 2011

    Es wird leider immer solch inkompetente Idioten geben, die rumpöbeln müssen. Ich stimme mit dir vollkommen überein, dass die Polizei einen sehr guten Job gemacht hat, wenn es nicht großartig geknallt hat.

    Meiner Meinung nach können sie gerne jeden – egal ob Demonstrant oder Gegendemonstrant – der gegen die Ordnungskräfte randaliert, schnell und effektiv vom Ort des Geschehens entfernen. (Ich glaube was ich damit meine ist klar.)

    Wer der Meinung ist, dass die Rechten nicht geschützt sondern niedergeknüppelt werden sollte hätte gut ins Deutschland der Jahre 33-45 gepasst. Er hätte lediglich “Nazis” durch “Polen” / “Juden” oder Ähnliches ersetzen müssen. Den §5 GG (meiner Meinung nach eine der Grundkomponenten einer Demokratie) hat er auf jeden Fall nicht verstanden.

    Ob man nun mit ihren Meinungen übereinstimmt ist eine andere Sache aber solange sie es friedlich tun ist es ihr Recht ihre Meinung zu äußern. Da – wie ich deinem Artikel entnehme – kein Versammlungsverbot / Verbot der Demo bestand dürfen sie es auch in Form einer Demo machen…

    So viel zu meiner Meinung und nun viel Spaß beim Zerreissen des Kommentars.

  2. Kommentar von HansdasJo am 1. Mai 2011

    Die Polizei macht wirklich nur ihren Job – und das so gut sie kann. Ich möchte da ehrlich gesagt keinen Dienst haben.

    Allerdings finde ich nicht, dass wirklich jeder geschützt werden muss. Das zu entscheiden ist aber nicht Sache der Polizei vor Ort, sondern sollte eigentlich schon im Vorfeld passieren, wenn Gemeinden Demos genehmigen oder eben auch nicht. Artikel 5 GG ist ohne Zweifel eine gute Sache, er wird aber auch schamlos ausgenutzt und ich finde, jeder Staat hat trotz Meinungsfreiheit das Recht und sogar im Sinne der öffentlichen Ordnung die Pflicht, sog. “Meinungsfreiheit” zu unterbinden, wenn diese sich offen gegen das Grundgesetz richtet, wie das bei rechten und anderen extremistischen Auftritten leider oft der Fall ist oder sogar, wie hier in Berlin zum 1. Mai an der Tagesordnung, eine Verabredung zum Krawall und damit zu Straftaten ist. Da sollten die Gemeinden mehr Rückgrat zeigen, sonst kann ja jeder machen, was er will.

    Möchte hier nicht missverstanden werden: Es geht mir nicht um Niederknüppeln von Rechten oder sonstwem, sehr wohl aber um eine vernünftige Handhabung der Artikels 5 GG. Der Staat muss nicht blind alles genehmigen nur um zu vermeiden, dass er irgendwo in die Kritik geraten könnte. Die Alternative “schützen” oder “niederknüppeln” sollte es überhaupt nicht geben. Wenn man potentielle Randale-Demos von vornherein nicht genehmigt, braucht man sie auch nicht zu schützen.

  3. Kommentar von Xooyoo am 1. Mai 2011

    Ich bin mir da immer ein bissel unsicher was ich von der ganzen Für und Gegen Demonstrierei halten soll. Ich frage mich ehrlich ob das ganze Thema Rechtsextremismus nicht auch durch diese ständigen Gegendemonstrationen gehypt wird. Seitdem ich mich erinnern kann ist es das selbe Spiel. Die Rechten melden eine Demonstration an, das geht durch alle Instanzen, die dann feststellen, dass die Rechten auch Menschen und Staatsbürger sind und damit ein Recht auf Demonstrationen haben, und dann kommen sofort die ganzen Linken und Kirchen und haste nicht gesehen unter deren Mantel sich dann auch noch fröhlichen gewaltbereite Linksextreme tummeln. Meiner Ansicht ist das Problem Rechtsextremismus in den vergangen 15 Jahren durch diese Strategie keineswegs auch nur im Ansatz verbessert oder gelöst worden. Vielmehr sehe ich eher eine Akzeptanz von “rechtem” Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft wachsen, was aber ein anderes Phänomen ist.

  4. Kommentar von Ben am 3. Mai 2011

    Ich stimme Knut zu.

  5. Kommentar von Ricarda am 4. Mai 2011

    Mit Schlägen und Gewalt erreicht man gar nichts. Im Gegenteil, dann heißt es sie seien die Opfer und würden angegriffen werden.

    Friedliche Proteste/Gegendemonstrationen setzen Zeichen genug.

  6. Kommentar von Susanne am 26. Mai 2011

    sicher sind friedliche Proteste DAS Mittel um gegen eine Sache zu sein und dennoch glaube ich nicht dass es etwas bringt. Denn die Dummen lassen sich davon leider nicht beeindrucken.

    Daher hilft nur, weiter dagegen zu protestieren!!!

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