Nackt durch Facebook & Co

16. Juni 2011 in Netzwelt

Gestern Abend gabs im ZDF eine Reportage über Facebook & Co, die sich mit der Frage beschäftigt hat “Wie nackt bin ich im Internet?”. Die Nacktheit im Internet wird anhand eines Users deutlich, der sich auf verschiedenen Seiten im Internet herumtreibt, so u.a. auf Facebook und Twitter und dort seine Spuren im Netz hinterlässt. Diese ganzen Seiten wurden dann durchsucht, ausgedruckt und zusammengefasst an eine Wand gepinnt. So sieht man dann auch bildlich sehr schön was alles über diesen User im Netz steht. Wohlgemerkt – was er selbst über sich ins Netz geschrieben hat. Zum Schluss war der Mann dann auch relativ überrascht das alles visualisiert in dieser Kompaktheit vor sich zu haben.

Prinzipiell fand ich war die Reportage zu Beginn sehr gut gemacht und agierte ohne erhobenen Zeigefinger. Das änderte sich dann als es um das Thema Apps ging, was für mich sowieso eher zweitrangig ist.. Später untersuchten sie dann die Facebook AGBs zusammen mit einem Rechtsanwalt und stellten (wieder mal… ) fest, dass Facebook mit den Fotos machen kann was es will und es theoretisch für Werbekamapgnen nutzen könnte. Ja… in meinen Augen ist das dummes Blabla, weil 1. die Qualität der Fotos meist gar nicht ausreicht und 2. Facebook dadurch solch einen Imageverlust erfahren würde, dass sie es nicht machen.
Was ich gut fand, ist dass zu Beginn offen darüber gesprochen wurde wie sich die veröffentlichten Daten summieren und wie daraus eine Biografie erstellt werden kann. Außerdem geht es darum wie Firmen diese öffentlich zugänglichen Meinungen und Äußerungen, auch aus Blogs, für Werbung nutzen.

Was ich an der Reportage nicht gut fand ist die Tatsache, dass ein User genommen wurde, der über 1000 Facebook Freunde hat und von dem wirklich alle Facebook Daten öffentlich zugänglich sind. Über 1000 Freunde deuten für mich darauf hin, dass er wahrscheinlich hauptberuflich im Web tätig ist und daher bestimmt auch ganz genau weiß was er da tut. Obwohl er gegen Ende etwas naiv rüber kommt… Wobei ich glaube, dass es da jedem von uns ähnlich gehen würde.

Bei dieser Reportage hat mir zuletzt aber die sich daraus ergebenden Konsquenzen gefehlt. Es ging zwar kurz darum, dass man immer vorsichtig sein muss, aber wie wurde nicht angesprochen. Gerade bei Facebook gibt es ja die Möglichkeit sein Profil nur bestimmten Leuten zugänglich zu machen. So kommen auch nur wirklich die Leute an die Infos, die es auch was angeht. Dieser Punkt wurde aber einfach ausgespart.

Allerdings finde ich es immer mal wieder ganz gut sich so etwas anzuschauen um daran erinnert zu werden was man da eigentlich tut. Weil wenn man als kompetenter Erwachsener an die Sache ran geht, dann finde ich daran auch nichts verwerflich.

Wenns euch interessiert: Die Reportage Hilfe, ich bin nackt! findet ihr in der ZDF Mediathek. (Allerdings weiß ich nicht wie lange noch)

Wie ist eure Meinung zu solchen Reportagen oder dieser jetzt im speziellen?







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6 Kommentare zu “Nackt durch Facebook & Co”

  1. Kommentar von Xooyoo am 16. Juni 2011

    Ich glaube zur Unterstützung dieser Kampagne sollten wir Blogger alle ab sofort ein Nacktfoto von uns als Profilbild bei facebook einstellen. Irgendwer muss ja die Menschheit warnen…

  2. Kommentar von buntklicker.de am 16. Juni 2011

    @Xooyoo nee, das willst Du nicht, glaub mir …

    @Nadine 1000 Freunde, das ist doch keine Seltenheit bei jemandem, der Mafia Wars oder andere Social Games auf Facebook spielt? Ich hatte auch mal gut 800 (bevor ich mit Mafia Wars und allen anderen Facebook-Spielen aufgehört und meine Nicht-Freunde ent-freundet habe).

  3. Kommentar von Sonja am 17. Juni 2011

    Meine Mama, die quasi nichts mit Internet am Hut hat, fragt uns immer, wieso wir allen Menschen dieser Welt unsere Fotos zeigen müssen. Das sei doch gefährlich. Ich rege mich jedes Mal wieder darüber auf, weil solche Äußerungen ja einfach nur überflüssig sind. Ich stimme dir also völlig zu: Ich fühle mich erwachsen genug, um zu wissen, was ich veröffentlichen darf und was nicht. Ich würde bspw. bei Twitter nie schreiben, dass mein Freund und ich nun in den Urlaub fahren und die Wohnung eine Woche bereit zum Leerräumen steht. Genauso wenig ist mein Profil auf Facebook für jeden freigegeben und es ist ja meine eigene Entscheidung, wem ich es zugänglich mache und was ich den Freunden dann zugänglich mache.
    Ich glaube Aussagen werden oft zu schnell verallgemeinert, wahrscheinlich auch in dieser Reportage, und damit auch irgendwie realitätsfern.

  4. Kommentar von Banane am 17. Juni 2011

    Das Problem bei Datensammlern wie Facebook ist halt immer, dass man die weiss, wie sie die gesammelten Daten einmal verwenden werden. Dass sie sie verwenden werden, ist jedoch ausser Frage.

    Ein gutes Beispiel hierfür ist der Verkauf von anonymisierten Bewegungsprofilen der Nutzer von TomTom-Navigationsgeräten. TomTom verkauft diese, und kürzlich wurden sie halt von der Polizei (ich glaub, die holländische wars) gekauft, die anhand der bewegungsprofile festgestellt hat, wo zu schnell gefahren wird, um dort Blitzer aufzustellen

    Kein spektakuläres Beispiel, es zeigt aber doch, dass man es einfach nicht abschätzen kann, ob und wie die selbst produzierten und veröffentlichten Daten gegen einen verwendet werden können. Und dann sollte einem der gesunde Menschenverstand eigentlich sagen: “Finger weg!”.

  5. Kommentar von Jens am 17. Juni 2011

    Ich finde ja das wir alle eigentlich alt genug sein müssten um zu wissen was wir von uns preis geben wollen und was nicht. Bei Kindern und Jugendlichen sollte man da ggf. dem zügellosen Mitteilungszwang event. ein Riegel vorschieben.

  6. Kommentar von Windmeer am 19. Juni 2011

    Dass man sein Profil bei Facebook einschränken kann, ist nicht der Grund, weshalb ich da nicht angemeldet bin. All die Daten, die man einmal an Facebook überträgt, behält Facebook für immer – auch wenn man seinen Account löscht! Und wenn Facebook die verkauft oder nutzt, dann kann man auch nichts dagegen machen. Das kratzt so ein mächtiges Netzwerk wie Facebook nicht…

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