Gestern Abend gabs im ZDF eine Reportage über Facebook & Co, die sich mit der Frage beschäftigt hat “Wie nackt bin ich im Internet?”. Die Nacktheit im Internet wird anhand eines Users deutlich, der sich auf verschiedenen Seiten im Internet herumtreibt, so u.a. auf Facebook und Twitter und dort seine Spuren im Netz hinterlässt. Diese ganzen Seiten wurden dann durchsucht, ausgedruckt und zusammengefasst an eine Wand gepinnt. So sieht man dann auch bildlich sehr schön was alles über diesen User im Netz steht. Wohlgemerkt – was er selbst über sich ins Netz geschrieben hat. Zum Schluss war der Mann dann auch relativ überrascht das alles visualisiert in dieser Kompaktheit vor sich zu haben.
Prinzipiell fand ich war die Reportage zu Beginn sehr gut gemacht und agierte ohne erhobenen Zeigefinger. Das änderte sich dann als es um das Thema Apps ging, was für mich sowieso eher zweitrangig ist.. Später untersuchten sie dann die Facebook AGBs zusammen mit einem Rechtsanwalt und stellten (wieder mal… ) fest, dass Facebook mit den Fotos machen kann was es will und es theoretisch für Werbekamapgnen nutzen könnte. Ja… in meinen Augen ist das dummes Blabla, weil 1. die Qualität der Fotos meist gar nicht ausreicht und 2. Facebook dadurch solch einen Imageverlust erfahren würde, dass sie es nicht machen.
Was ich gut fand, ist dass zu Beginn offen darüber gesprochen wurde wie sich die veröffentlichten Daten summieren und wie daraus eine Biografie erstellt werden kann. Außerdem geht es darum wie Firmen diese öffentlich zugänglichen Meinungen und Äußerungen, auch aus Blogs, für Werbung nutzen.
Was ich an der Reportage nicht gut fand ist die Tatsache, dass ein User genommen wurde, der über 1000 Facebook Freunde hat und von dem wirklich alle Facebook Daten öffentlich zugänglich sind. Über 1000 Freunde deuten für mich darauf hin, dass er wahrscheinlich hauptberuflich im Web tätig ist und daher bestimmt auch ganz genau weiß was er da tut. Obwohl er gegen Ende etwas naiv rüber kommt… Wobei ich glaube, dass es da jedem von uns ähnlich gehen würde.
Bei dieser Reportage hat mir zuletzt aber die sich daraus ergebenden Konsquenzen gefehlt. Es ging zwar kurz darum, dass man immer vorsichtig sein muss, aber wie wurde nicht angesprochen. Gerade bei Facebook gibt es ja die Möglichkeit sein Profil nur bestimmten Leuten zugänglich zu machen. So kommen auch nur wirklich die Leute an die Infos, die es auch was angeht. Dieser Punkt wurde aber einfach ausgespart.
Allerdings finde ich es immer mal wieder ganz gut sich so etwas anzuschauen um daran erinnert zu werden was man da eigentlich tut. Weil wenn man als kompetenter Erwachsener an die Sache ran geht, dann finde ich daran auch nichts verwerflich.
Wenns euch interessiert: Die Reportage Hilfe, ich bin nackt! findet ihr in der ZDF Mediathek. (Allerdings weiß ich nicht wie lange noch)
Wie ist eure Meinung zu solchen Reportagen oder dieser jetzt im speziellen?





Man...
