Vorgestern war ich im Kino und zwar im neuen Weltuntergangsfilm 2012. Die Mayas haben ja für 2012 den Weltungergang hervorgesagt und genau das tritt in diesem Film auch ein. Ich weiß auch gar nicht, bis wohin man irgendwas von der Story erzählen kann, ohne zu viel vom Film zu verraten. Deswegen schicke ich gleich eine Warnung vorweg:
Ich werde spoilern und Details verraten! Wer den Film sehen will und nichts drüber wissen will, sollte nicht weiter lesen!
Gut, also kurz zur Story. Die Welt wird untergehen und nur eine bestimmte Auswahl an Menschen wird das überleben, weil nur für 400.000 Menschen Platz auf den Archen ist, die extra dafür gebaut wurden.
Die Frage ist natürlich: Welche Menschen nimmt man mit? Wer darf überleben? Wer muss sterben? Wer entscheidet also über Leben und Tod?
Der Film hat darauf teilweise sehr klare Antworten. Es überleben natürlich erstmal alle wichtigen Menschen, so wie Präsidenten, Staatsoberhäupter und die Reichen. Denn wer 1 Milliarde Euro pro Person zahlt, darf auch mit auf die Arche.
Auf der Arche an sich sind dann kleine Zimmer, vielleicht 6 Quadratmeter groß, pro Person eingerichtet. Man bemerkt immer wieder die großen Zwischenräume, Gänge etc, wo man sich einfach denkt: Da hätte es doch Platz für mehr Menschen. Man bekommt also die Botschaft, dass nicht nur reiche Menschen einen Weltungergang überleben werden, sondern, dass es für diese Menschen, dann auch noch möglichst bequem und schön sein soll, anstatt Platz für noch mehr Menschen zu schaffen.
Im Film wird das natrürlich als Stilmittel verwendet um die Kluft zwischen den Guten und den Bösen noch zu vergrößern. Denn die Guten setzen sich dann natürlich dafür ein, dass noch mehr Menschen auf die Arche kommen dürfen. Die Bösen können das gar nicht verstehen.
Aber generell geht es in diesem Film um Gut und Böse. Und Roland Emmerich schafft es doch immer wieder die Bösen sterben zu lassen. Der Mann der eine Affäre hat stirbt; der Mann der seiner Freundin vorspielt sie dürfte mit auf die Arche, sie dann aber in letzter Minute stehen lässt, stirbt; das durch Scheidung getrennte Ehepaar findet wieder zusammen, weil ihr neuer Mann stirbt usw.
Natürlich sind es schöne und eindrückliche Bilder, wenn die ganzen Naturschauspiele geschehen, aber der Film wirft mehr Fragen auf, als nur die kurze Zeit in der man ihn sieht.
Es geht um die ehtischen Fragen, die oft gestellt werden. Gibt es eine 2-Klassen-Gesellschaft? Kann man dagegen ankommen? Gibt es bessere und schlechtere Menschen? Darf der Mensch über Leben und Tod entscheiden? Wenn die Welt untergehen würde, würde man es uns wirklich nicht sagen? Entscheidet Geld über leben und sterben?
Die letzte Frage haben wir uns auch vor kurzem in der Vorlesung Krebsprävention gestellt. Es gibt ja die Impfung für junge Mädchen zwischen 12 – 17 gegen HPNV-Virus, das bekanntlich Gebärmutterhalskrebs auslöst. Diese drei Impfungen, die man als Schutz und als Krebsprävention erhalten kann, kosten zusammen um die 450 Euro. Jetzt darf man sich gut und gerne überleben wie sozial schlechter gestellte Menschen das aufbringen sollen. Alleine der Hartz4 Regelsatz für einen Erwachsenen ist geringer. Der für Kinder ja sowieso. Also woher soll man dieses Geld nehmen? Entscheidet Geld über die Krebsprävention???
Natürlich ist es “nur” ein Film, aber die Gedanken die darin aufgegriffen werden sind einfach brisant und auch die Umsetzung, bzw. das “Gott spielen”, ist in diesem Fall sehr stark, ja sogar zu stark ausgeprägt. Aber wie würden die Menschen wirklich reagieren bei einer Katastrophe bei der alle betroffen wären?
Der Film macht definitiv nachdenklich… Oder?