Mittlerweile habe ich die Schulzeit schon seit zwei Jahren hinter mir gelesen - dazwischen liegt ein Freiwilliges-Soziales-Jahr und mein erstes Studienjahr. Das ist wahrscheinlich die Zeit, in der mir am meisten neues passiert ist, in der ich mich auch am meisten weiterentwickelt habe und in der ich sehr viel Neues gelernt habe.
Freundschaften gabs in der Schule viele. Klar - man hat sich auch täglich gesehen und so wurde das Aufrechterhalten der Freundschaften auch nicht schwer gemacht. Zu dem, dass man sich sowieso gesehen hat, kam das tägliche telefonieren oder chatten über ICQ, man blieb in Kontakt.
Heute ist das irgendwie anders: ICQ und StudiVZ gibts immer noch und man hat sich auch nach dem Abi noch ab und zu getroffen, aber ich habe gemerkt wie schwer es geworden ist: Man lebt in unterschiedlichen Welten.
Die einen studieren, die anderen arbeiten, machen eine Ausbildung, warten auf einen Studienplatz, sind in unterschiedliche Städte verteilt, man selbst zieht auch weg, kommt selten nach Hause, und und und:
Dann verhindern die Arbeitszeiten das Treffen oder man lernt einfach neue Leute kennen, die besser in die “neue Welt” passen und man wird wieder bequem und beschäftigt sich mehr mit diesen Menschen.
Gehts euch da ähnlich? Also mir fällt es sehr schwer zu den alten Schulfreunden Kontakt zu halten und das obwohl es erst 2 Jahre her ist. Klar einige Freunde von damals liest oder sieht man täglich, aber andere, von denen man nie gedacht hat, dass man sich in Monaten nie hört, enttäuschen einen dann doch.
Die Tatsache, dass man sich jeden Tag sowieso sieht, hat es einfach gemacht befreundet zu sein. Nun ist das alles mit mehr Aufwand verbunden. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu faul, weil ich auch oft denke: Der andere könnte sich doch auch melden. Aber irgendwie.. weiß auch nicht: Sind Schulfreundschaften zum scheitern verbunden?
So traurig es klingt: Ich denke oft an meine “Schulfreunde” und ich bin mir auch darüber bewusst, dass ich bestimmt eine Mitschuld daran trage, dass wir uns nicht mehr sehen. Aber vielleicht ist das auch ganz normal, dass man erst einmal die neue Umwelt erkundet und sich nach einiger Zeit zurück erinnert und die Freundschaft neu beginnt.
Oder gibt es eine Zeitspanne, die man überschreiten kann, wo nach die Freundschaft aufgrund der langen Zeit nicht mehr möglich ist?
Versteht mich nicht falsch, ich war schon immer eine, die wenig enge und sehr gute Freunde hatte, und mehr Bekanntschaften in dem Sinne. Und gerade bei den sehr engen Freunden bestehen im Moment sehr wenig Kontakte. Ich glaube, wir hätten uns auch nicht unterschiedlicher entwickeln können, was es vielleicht wirklich schwerer macht einen gemeinsamen Nenner zu finden.
Deswegen meine Frage: Habt ihr damit ähnliche Erfahrungen gemacht? Besteht noch Kontakt zu Schulfreunden? Wie lange seit ihr aus der Schule raus?